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Wundverschluss

Wundverschluss für Praxis, Ambulanz und Klinik: Nahtmaterial resorbierbar und nicht resorbierbar, Wundnahtstreifen, Gewebekleber und Hautklammergeräte. Wann welches Verfahren passt, wie Fadenstärke und Nadel gewählt werden und was Hygiene und Nachsorge verlangen.

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Vier Wege, eine Wunde zu schließen

Der Wundverschluss richtet sich nach Lage, Tiefe, Spannung und Verschmutzung der Wunde. Vier Verfahren stehen zur Wahl.

  • Nahtmaterial: Fäden mit Nadel für Haut, Subkutis und tiefere Schichten, resorbierbares Nahtmaterial für Gewebe, aus dem der Faden nicht entfernt wird, nicht resorbierbares für die Haut.
  • Wundnahtstreifen: sterile Klebestreifen, die die Wundränder oberflächlicher, spannungsfreier Wunden adaptieren, ohne zu stechen.
  • Gewebekleber: Cyanoacrylat-Kleber, der die Haut über der Wunde verschließt und in Tagen abblättert.
  • Hautklammergeräte: Einmalklammergeräte für lange, gerade Hautschnitte, mit Klammerentferner.

Skalpelle, Nadelhalter und Pinzetten stehen unter Instrumentarium, Kompressen und Pflaster unter Wundversorgung und Pflaster.

Nahtmaterial ansehen

Wundnahtstreifen und Gewebekleber

Wundnahtstreifen aus Vlies mit Klebstoff adaptieren die Ränder glatter, sauberer, spannungsfreier Wunden, etwa Schnittwunden an Stirn, Unterarm oder Unterschenkel, und werden nach Nähten zur Entlastung der Naht ergänzt. Sie werden quer zur Wunde auf trockene, desinfizierte Haut geklebt, mit Abstand von wenigen Millimetern, und bleiben, bis sie sich lösen; Hautschutzlösung verbessert die Haftung. Für Wunden unter Zug, über Gelenken, mit Klaffen oder Verschmutzung sind sie ungeeignet.

Gewebekleber aus Cyanoacrylat verschließt die Haut über der adaptierten Wunde in Sekunden, ohne Betäubung und ohne Fadenzug; er eignet sich für kurze, spannungsfreie Wunden bei Kindern und im Gesicht, nicht für nässende, tiefe oder gelenknahe Wunden. Der Kleber kommt nicht in die Wunde, sondern auf die geschlossenen Ränder, und wird in dünnen Schichten aufgetragen.

Wundnahtstreifen ansehen

Hygiene, Nachsorge, Fadenzug

Der Wundverschluss erfolgt nach Reinigung und bei Bedarf Wundausschneidung unter aseptischen Bedingungen: Händedesinfektion, Hautantiseptik, sterile Handschuhe, steriles Abdecken und Instrumente, wie es die KRINKO-Empfehlung zur Prävention postoperativer Wundinfektionen beschreibt. Nadeln und Klingen kommen nach Gebrauch in den Abwurfbehälter nach TRBA 250; Nadelhalter mit Nadelfang senken das Stichrisiko.

Hautfäden werden je nach Region nach 5 bis 14 Tagen gezogen: Gesicht früh, Rumpf und Gelenke spät. Sterile Fadenzug-Sets mit Pinzette und Fadenmesser machen das zur Routine. Patienten erhalten schriftliche Hinweise zu Wundkontrolle, Duschen und Warnzeichen einer Infektion. Wundnahtstreifen und Nahtmaterial sind Verbandmittel nach der Arzneimittel-Richtlinie und für Patienten verordnungsfähig, in der Praxis Praxisbedarf oder Sprechstundenbedarf.

Hautklammergeräte ansehen

Häufige Fragen aus Praxis und Klinik

Wann reichen Wundnahtstreifen statt Naht?

Bei kurzen, glatten, sauberen Wunden ohne Spannung und ohne Klaffen, nicht über Gelenken und nicht bei stark behaarter oder feuchter Haut. Sonst wird genäht oder geklammert.

Welche Fadenstärke für die Hautnaht?

3-0 und 4-0 an Rumpf und Extremitäten, 5-0 und 6-0 im Gesicht und an den Händen, jeweils monofil und nicht resorbierbar mit schneidender Nadel.

Wann wird resorbierbares Nahtmaterial verwendet?

Für Subkutis, Schleimhaut, Faszie und überall, wo der Faden nicht entfernt werden kann. Für die Hautnaht ist nicht resorbierbares monofiles Material Standard.

Wann werden Fäden gezogen?

Im Gesicht nach 5 bis 7 Tagen, an Rumpf und Armen nach 7 bis 10 Tagen, an Beinen, Rücken und über Gelenken nach 10 bis 14 Tagen, Klammern in denselben Zeiträumen.

Für welche Wunden eignet sich Gewebekleber?

Für kurze, spannungsfreie, trockene Wunden mit glatten Rändern, besonders bei Kindern und im Gesicht. Nicht für tiefe, nässende, verschmutzte oder gelenknahe Wunden.

Ist Nahtmaterial verordnungsfähig?

Nahtmaterial und Wundnahtstreifen sind Verbandmittel nach der Arzneimittel-Richtlinie und für Patienten auf Kassenrezept verordnungsfähig; für die Praxis werden sie als Praxis- oder Sprechstundenbedarf beschafft.

Quellen

  1. KRINKO: Prävention postoperativer Wundinfektionen (RKI, Bundesgesundheitsblatt 4/2018)
  2. BAuA: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege
  3. Gemeinsamer Bundesausschuss: Verbandmittel und sonstige Produkte zur Wundbehandlung
  4. KRINKO: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (RKI, 2016)
  5. Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR), EUR-Lex