Verbandmittel
Verbandmittel für Praxis, Klinik und Pflege: Mullbinden, Fixierbinden, Haftbinden, elastische und Kompressionsbinden, Schlauchverbände, Verbandtücher, Fingerverbände und Orthesen. Welche Binde wofür passt, was auf Kassenrezept verordnungsfähig ist und worauf es bei Kompression ankommt.
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Mullbinden14 Produkte
Fingerverbände12 Produkte
Kurzzugbinden12 Produkte
Kompressionsbinden12 Produkte
Netzschlauchverbände6 Produkte
Klebebinden und Pflasterbinden5 Produkte
Trikotschlauchverbände4 Produkte
Kompressionsschlauchbandagen2 Produkte
Langzugbinden1 Produkte
Handgelenkorthesenderzeit nicht lieferbar
Kompressionssystemederzeit nicht lieferbar
Sprunggelenkorthesenderzeit nicht lieferbar
Verbandklammernderzeit nicht lieferbarBinden und Verbände nach Funktion
Binden erfüllen drei Aufgaben: Sie fixieren Wundauflagen, sie stützen und komprimieren Gelenke und Gewebe, oder sie polstern. Danach richtet sich die Auswahl.
- Fixieren: Mullbinden aus Baumwolle, Fixierbinden aus elastischem Vlies oder Gewebe, kohäsive Fixierbinden (Haftbinden), die nur auf sich selbst haften, Kreppbinden, Klebebinden und Pflasterbinden sowie Schlauchverbände, Netzschlauchverbände und Trikotschlauchverbände für Kopf, Finger und Extremitäten.
- Stützen und komprimieren: Idealbinden und Universalbinden, elastische Binden, Kurzzugbinden und Langzugbinden, Kompressionsbinden und Kompressionsschlauchbandagen, dazu Orthesen für Hand- und Sprunggelenk.
- Erstversorgung: Verbandtücher, Fingerverbände und Verbandpäckchen für Verbandkasten und Notfalltasche.
Kompressen, Wundauflagen und Pflaster stehen in den Nachbarkategorien des Bereichs Verbandstoffe.
Verordnungsfähigkeit: Verbandmittel auf Kassenrezept
Verbandmittel sind Medizinprodukte, die sozialrechtlich den Arzneimitteln gleichgestellt sind. Sie können zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Was als Verbandmittel gilt, regelt der Gemeinsame Bundesausschuss in Abschnitt P und Anlage Va der Arzneimittel-Richtlinie: Verbandmittel bedecken oberflächengeschädigte Körperteile, saugen Körperflüssigkeiten auf oder dienen der Fixierung, Stabilisierung und Kompression. Dazu gehören Binden, Kompressen, Pflaster, Schlauchverbände und Bandagen mit dieser Zweckbestimmung.
Davon abgegrenzt sind Verbandmittel mit ergänzenden Eigenschaften, etwa mit Silber ohne Wundkontakt, und sonstige Produkte zur Wundbehandlung, die eine pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung entfalten. Letztere sind nur verordnungsfähig, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss ihren Nutzen geprüft und sie in Anlage V aufgenommen hat; für Bestandsprodukte gilt eine gesetzliche Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2026. Für Verbandmittel gibt es keine Festbeträge, die Verordnung unterliegt dem Wirtschaftlichkeitsgebot; die Kassenärztlichen Vereinigungen geben Preisvergleichslisten heraus.
Fixierbinden: Mull, Vlies, kohäsiv
Die klassische Mullbinde aus Baumwolle ist luftdurchlässig, gut zu wickeln und günstig, franst aber und hält an konischen Körperstellen weniger gut. Elastische Fixierbinden aus Vlies oder Mischgewebe passen sich der Kontur an, rutschen weniger und sind heute der Standard für die Fixierung von Wundauflagen an Extremitäten und Rumpf. Kohäsive Binden haften auf sich selbst, nicht auf Haut oder Haaren, brauchen keine Klammern oder Pflaster und eignen sich für Gelenke und behaarte Regionen; sie sind auch nach Blutentnahmen und in der Tiermedizin verbreitet.
Die Breite richtet sich nach der Körperregion: 4 cm für Finger, 6 cm für Hand und Unterarm, 8 cm für Arm und Unterschenkel, 10 bis 12 cm für Oberschenkel und Rumpf. Schlauch- und Netzverbände ersetzen das Wickeln an Kopf, Fingern und Gelenken und halten Auflagen ohne Zug.
Kompression: Kurzzug, Langzug, Mehrkomponentensysteme
Kompressionsbinden unterscheiden sich in der Dehnbarkeit. Kurzzugbinden mit geringer Dehnung erzeugen einen hohen Arbeitsdruck bei Bewegung und niedrigen Ruhedruck; sie sind die Wahl für die Entstauung bei venösen Ulzera und Ödemen und können über Nacht bleiben. Langzugbinden mit hoher Dehnung halten den Druck auch in Ruhe und werden für Stützverbände nach Verletzungen und zur Thromboseprophylaxe eingesetzt, aber vor der Nachtruhe abgenommen. Mehrkomponentensysteme kombinieren Polster- und Kompressionslagen für definierte Druckwerte über mehrere Tage.
Kompression ist eine Therapie mit Kontraindikationen: Vor dem Anlegen wird die arterielle Durchblutung geprüft, bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit ist Kompression eingeschränkt oder untersagt. Die Leitlinie zur Lokaltherapie chronischer Wunden beschreibt die Kompression als Grundlage der Behandlung beim Ulcus cruris venosum; die Ausführung übernimmt geschultes Personal.
Orthesen und Stützverbände
Orthesen für Handgelenk und Sprunggelenk stabilisieren nach Distorsionen, bei Überlastung und postoperativ, ohne die Beweglichkeit vollständig aufzuheben. Sie werden nach Umfangsmaß gewählt und über Klettverschlüsse angepasst; konfektionierte Orthesen sind Hilfsmittel nach Hilfsmittelverzeichnis und für Patienten auf Rezept erhältlich, für die Praxis werden sie als Bedarf für die Erstversorgung bevorratet. Idealbinden aus Baumwolle mit hoher Dehnung eignen sich für Stützverbände an Knie, Ellenbogen und Sprunggelenk, die nach Wunsch angelegt und wieder gelöst werden.
Bestellen und Bevorraten
Binden sind Verbrauchsmaterial ohne Verfallsdatum, sterile Verbandtücher und Verbandpäckchen tragen eines. Bewährt ist ein Grundsortiment aus elastischen Fixierbinden in 6, 8 und 10 cm, kohäsiven Binden in 6 und 8 cm, Mullbinden für den Verbandkasten, Schlauchverbänden in zwei Größen und Kurzzugbinden in 8 und 10 cm für die Kompression. Packungen zu 20 Stück und Kartons senken den Stückpreis. Für Verbünde und Pflegeeinrichtungen erstellen wir Angebote mit festen Konditionen, Lieferung auf Rechnung.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Was ist der Unterschied zwischen Mullbinde und Fixierbinde?
Die Mullbinde besteht aus gewebter Baumwolle und ist kaum elastisch. Die Fixierbinde aus Vlies oder Mischgewebe ist dehnbar, passt sich der Körperkontur an und hält Wundauflagen an Gelenken und konischen Stellen sicherer.
Wann Kurzzug-, wann Langzugbinde?
Kurzzugbinden für die Entstauung bei venösen Erkrankungen und Ödemen, sie erzeugen hohen Arbeits- und niedrigen Ruhedruck und können bleiben. Langzugbinden für Stützverbände nach Verletzungen, sie halten den Druck auch in Ruhe und werden zur Nacht abgenommen.
Sind Binden auf Kassenrezept verordnungsfähig?
Ja. Binden zur Fixierung, Stabilisierung und Kompression sind Verbandmittel nach Abschnitt P der Arzneimittel-Richtlinie und zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig, ohne Festbetrag und unter dem Wirtschaftlichkeitsgebot.
Was bedeutet kohäsiv bei Binden?
Kohäsive Binden haften nur auf sich selbst, nicht auf Haut, Haaren oder Kleidung. Sie brauchen keine Klammern und lösen sich ohne Rückstände, ideal für Gelenke, behaarte Hautpartien und nach Blutentnahmen.
Welche Bindenbreite für welche Körperregion?
4 cm für Finger, 6 cm für Hand und Unterarm, 8 cm für Arm und Unterschenkel, 10 bis 12 cm für Oberschenkel und Rumpf. Für den Kopf eignen sich Schlauch- und Netzverbände.
Wann darf keine Kompression angelegt werden?
Bei fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit, dekompensierter Herzinsuffizienz, akuter Infektion der Extremität und unklarer Durchblutung. Vor jeder Kompressionstherapie wird die arterielle Durchblutung geprüft.
Quellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Verbandmittel und sonstige Produkte zur Wundbehandlung (Arzneimittel-Richtlinie Abschnitt P, Anlage Va)
- KV Bayerns: Verordnung von Verbandmitteln
- KV Niedersachsen: Verbandmittel, Verordnung und Übergangsregelung
- AWMF S3-Leitlinie 091-001 Lokaltherapie schwerheilender und/oder chronischer Wunden
- GKV-Spitzenverband: Hilfsmittelverzeichnis (Orthesen und Bandagen)
- BAuA: ASR A4.3 Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe













