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Pflaster

Pflaster für Praxis, Klinik und Pflege: Fixierpflaster auf Rolle, Wundpflaster und Wundschnellverbände, Pflaster-Strips, Injektionspflaster, Tape sowie Pflasterspender mit Nachfüllpackungen. Welcher Klebstoff und welcher Träger zu welcher Haut und Anwendung passen, was DIN 13019 regelt und wie Sie Pflaster hautschonend einsetzen.

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Pflasterarten und ihre Aufgaben

  • Fixierpflaster: Rollenpflaster aus Vlies, Seide, Gewebe oder Folie zum Fixieren von Kompressen, Kanülen, Sonden und Verbänden.
  • Wundpflaster und Wundschnellverbände: Pflaster mit saugfähigem Wundkissen für kleine Wunden, als Meterware zum Zuschneiden und als Strips, elastisch, wasserfest oder für empfindliche Haut.
  • Pflaster-Strips: vorgeschnittene Wundpflaster in Standardgrößen, auch als Fingerkuppen- und Fingerverbände.
  • Injektionspflaster: kleine runde oder rechteckige Pflaster mit Wundkissen für Punktions- und Injektionsstellen.
  • Tape: unelastische Sporttapes und elastische Tapes für Stützverbände.
  • Pflasterspender und Nachfüllpackungen: Wandspender mit Strips für Praxis, Labor und Betrieb.

Wundnahtstreifen und Klammerpflaster stehen unter Wundverschluss, Kompressen und Binden unter Verbandmittel.

Fixierpflaster ansehen

Normen und Erste Hilfe

DIN 13019 legt die Maße von Wundschnellverbänden und Heftpflastern für die Erste Hilfe fest; Pflaster nach dieser Norm sind Bestandteil der Verbandkästen nach DIN 13157 und DIN 13169 und der Nachfüllsets. Für die Praxis heißt das: Normgrößen wie 10 x 6 cm Wundschnellverband und Fingerkuppenverbände lassen sich in jedem Verbandkasten ergänzen. Pflaster sind Medizinprodukte nach der EU-Verordnung 2017/745 und als Verbandmittel für Patienten auf Kassenrezept verordnungsfähig; in der Praxis werden sie als Praxisbedarf oder, je nach Vereinbarung der Kassenärztlichen Vereinigung, als Sprechstundenbedarf bezogen.

Wundpflaster ansehen

Hautschonend kleben und lösen

Pflasterschäden entstehen beim Abziehen: Die Haut wird mit dem Pflaster angehoben, bei fragiler Haut reißt die Oberhaut. Pflaster werden deshalb in Haarwuchsrichtung, flach und langsam abgezogen, dabei wird die Haut mit der anderen Hand gehalten; Pflasterlöser auf Silikonbasis lösen den Kleber ohne Zug. Beim Anlegen wird die Haut gereinigt und getrocknet, Pflaster werden ohne Spannung aufgelegt und an den Rändern angedrückt. Bei bekannter Unverträglichkeit kommen Silikonkleber oder kleberfreie Fixierung zum Einsatz, bei Langzeitfixierungen wechselt die Klebestelle.

Tape ansehen

Häufige Fragen aus Praxis und Klinik

Welches Fixierpflaster für empfindliche Haut?

Vliespflaster mit Silikonkleber oder hypoallergenem Polyacrylatkleber, alternativ kleberfreie Fixierung mit Fixierbinde oder Netzverband. Beim Wechsel die Klebestelle verlagern.

Was ist der Unterschied zwischen Wundpflaster und Wundschnellverband?

Beides bezeichnet ein Pflaster mit Wundkissen. Wundschnellverband ist der Begriff der Normen und der Ersten Hilfe, Wundpflaster der Handelsname; Strips sind vorgeschnittene Varianten.

Was regelt DIN 13019?

Die Maße von Wundschnellverbänden und Heftpflastern für die Erste Hilfe. Pflaster nach dieser Norm sind Bestandteil der Verbandkästen nach DIN 13157 und 13169.

Wie ziehe ich ein Pflaster hautschonend ab?

Flach, langsam und in Haarwuchsrichtung, die Haut dabei mit der anderen Hand halten. Bei fragiler Haut Pflasterlöser auf Silikonbasis verwenden.

Sind wasserfeste Pflaster für alle Wunden geeignet?

Für kleine, saubere Wunden ja. Nässende und infizierte Wunden brauchen atmungsaktive Auflagen, weil Folienpflaster Feuchtigkeit stauen.

Sind Pflaster verordnungsfähig?

Ja, als Verbandmittel nach der Arzneimittel-Richtlinie für Patienten auf Kassenrezept. Für den Praxisgebrauch werden sie als Praxisbedarf oder Sprechstundenbedarf bezogen.

Quellen

  1. DIN 13019:2016-12 Wundschnellverbände und Heftpflaster, Maße (DIN Media)
  2. DIN 13157:2021-11 Erste-Hilfe-Material, Verbandkasten C (DIN Media)
  3. KRINKO: Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen (RKI, 2011)
  4. KRINKO: Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen (RKI, 2017)
  5. Gemeinsamer Bundesausschuss: Verbandmittel und sonstige Produkte zur Wundbehandlung
  6. Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR), EUR-Lex