Pflaster
Pflaster für Praxis, Klinik und Pflege: Fixierpflaster auf Rolle, Wundpflaster und Wundschnellverbände, Pflaster-Strips, Injektionspflaster, Tape sowie Pflasterspender mit Nachfüllpackungen. Welcher Klebstoff und welcher Träger zu welcher Haut und Anwendung passen, was DIN 13019 regelt und wie Sie Pflaster hautschonend einsetzen.
Die wichtigsten Kategorien
Weitere Kategorien
Pflasterarten und ihre Aufgaben
- Fixierpflaster: Rollenpflaster aus Vlies, Seide, Gewebe oder Folie zum Fixieren von Kompressen, Kanülen, Sonden und Verbänden.
- Wundpflaster und Wundschnellverbände: Pflaster mit saugfähigem Wundkissen für kleine Wunden, als Meterware zum Zuschneiden und als Strips, elastisch, wasserfest oder für empfindliche Haut.
- Pflaster-Strips: vorgeschnittene Wundpflaster in Standardgrößen, auch als Fingerkuppen- und Fingerverbände.
- Injektionspflaster: kleine runde oder rechteckige Pflaster mit Wundkissen für Punktions- und Injektionsstellen.
- Tape: unelastische Sporttapes und elastische Tapes für Stützverbände.
- Pflasterspender und Nachfüllpackungen: Wandspender mit Strips für Praxis, Labor und Betrieb.
Wundnahtstreifen und Klammerpflaster stehen unter Wundverschluss, Kompressen und Binden unter Verbandmittel.
Träger und Klebstoff: was auf welche Haut gehört
Der Träger bestimmt, wie sich ein Pflaster verhält: Vlies ist luftdurchlässig, weich und quer einreißbar, die Wahl für Fixierungen an Rumpf und Extremitäten; Seide und Gewebe sind reißfest und für Zug belastbar; Folie ist wasserfest und transparent, aber weniger atmungsaktiv. Der Klebstoff entscheidet über Verträglichkeit: Acrylatkleber ist hypoallergen und Standard, Kautschukkleber haftet stärker, kann aber sensibilisieren, Silikonkleber löst sich schmerzarm und schont fragile Haut bei älteren Menschen, Kindern und Langzeitpatienten.
Wundpflaster tragen ein Wundkissen aus Vlies mit wundabweisender Beschichtung, damit es nicht mit der Wunde verklebt. Elastische Pflaster folgen der Bewegung an Gelenken, wasserfeste Pflaster mit Folienträger halten beim Duschen dicht. Für Menschen mit Pflasterallergie gibt es Fixierungen mit Silikon- oder Polyacrylatkleber und Fixierbinden ohne Kleber.
Normen und Erste Hilfe
DIN 13019 legt die Maße von Wundschnellverbänden und Heftpflastern für die Erste Hilfe fest; Pflaster nach dieser Norm sind Bestandteil der Verbandkästen nach DIN 13157 und DIN 13169 und der Nachfüllsets. Für die Praxis heißt das: Normgrößen wie 10 x 6 cm Wundschnellverband und Fingerkuppenverbände lassen sich in jedem Verbandkasten ergänzen. Pflaster sind Medizinprodukte nach der EU-Verordnung 2017/745 und als Verbandmittel für Patienten auf Kassenrezept verordnungsfähig; in der Praxis werden sie als Praxisbedarf oder, je nach Vereinbarung der Kassenärztlichen Vereinigung, als Sprechstundenbedarf bezogen.
Injektionspflaster und Fixierung von Zugängen
Nach Injektion und Blutentnahme deckt ein Injektionspflaster mit Wundkissen die Einstichstelle ab; nach der KRINKO-Empfehlung zur Hygiene bei Punktionen wird der Tupfer mit Druck aufgelegt und die Stelle dann mit dem Pflaster verschlossen, bis die Blutung steht. Venenverweilkanülen werden mit sterilen, transparenten Fixierverbänden oder sterilen Pflastern fixiert, die die Einstichstelle sichtbar lassen und täglich kontrolliert werden. Fixierpflaster aus Vlies halten Sonden, Katheter und Leitungen; für Zug und Dauerfixierung sind Gewebepflaster und spezielle Fixierhilfen vorgesehen.
Hautschonend kleben und lösen
Pflasterschäden entstehen beim Abziehen: Die Haut wird mit dem Pflaster angehoben, bei fragiler Haut reißt die Oberhaut. Pflaster werden deshalb in Haarwuchsrichtung, flach und langsam abgezogen, dabei wird die Haut mit der anderen Hand gehalten; Pflasterlöser auf Silikonbasis lösen den Kleber ohne Zug. Beim Anlegen wird die Haut gereinigt und getrocknet, Pflaster werden ohne Spannung aufgelegt und an den Rändern angedrückt. Bei bekannter Unverträglichkeit kommen Silikonkleber oder kleberfreie Fixierung zum Einsatz, bei Langzeitfixierungen wechselt die Klebestelle.
Bevorratung und Bestellung
Ein Praxisstandard umfasst Vliesfixierpflaster in 2,5 und 5 cm Breite, ein Gewebepflaster, Wundschnellverband als Meterware, Strips in zwei Größen, Fingerkuppenverbände, Injektionspflaster und ein Silikonpflaster für empfindliche Haut. Pflasterspender an Anmeldung, Labor und Behandlungsplatz halten Strips griffbereit und hygienisch. Rollen und Kartons senken den Stückpreis; für Praxen, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Betriebe liefern wir auf Rechnung, Maße und Materialangaben stehen am Artikel.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Welches Fixierpflaster für empfindliche Haut?
Vliespflaster mit Silikonkleber oder hypoallergenem Polyacrylatkleber, alternativ kleberfreie Fixierung mit Fixierbinde oder Netzverband. Beim Wechsel die Klebestelle verlagern.
Was ist der Unterschied zwischen Wundpflaster und Wundschnellverband?
Beides bezeichnet ein Pflaster mit Wundkissen. Wundschnellverband ist der Begriff der Normen und der Ersten Hilfe, Wundpflaster der Handelsname; Strips sind vorgeschnittene Varianten.
Was regelt DIN 13019?
Die Maße von Wundschnellverbänden und Heftpflastern für die Erste Hilfe. Pflaster nach dieser Norm sind Bestandteil der Verbandkästen nach DIN 13157 und 13169.
Wie ziehe ich ein Pflaster hautschonend ab?
Flach, langsam und in Haarwuchsrichtung, die Haut dabei mit der anderen Hand halten. Bei fragiler Haut Pflasterlöser auf Silikonbasis verwenden.
Sind wasserfeste Pflaster für alle Wunden geeignet?
Für kleine, saubere Wunden ja. Nässende und infizierte Wunden brauchen atmungsaktive Auflagen, weil Folienpflaster Feuchtigkeit stauen.
Sind Pflaster verordnungsfähig?
Ja, als Verbandmittel nach der Arzneimittel-Richtlinie für Patienten auf Kassenrezept. Für den Praxisgebrauch werden sie als Praxisbedarf oder Sprechstundenbedarf bezogen.
Quellen
- DIN 13019:2016-12 Wundschnellverbände und Heftpflaster, Maße (DIN Media)
- DIN 13157:2021-11 Erste-Hilfe-Material, Verbandkasten C (DIN Media)
- KRINKO: Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen (RKI, 2011)
- KRINKO: Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen (RKI, 2017)
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Verbandmittel und sonstige Produkte zur Wundbehandlung
- Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR), EUR-Lex











