Praxistextilien
Praxistextilien für Arztpraxis, Physiotherapie und Pflege: Handtücher und Patientendecken. Welche Textilien in Behandlungsräumen zulässig sind, wie sie aufbereitet werden und was die TRBA 250 zu Berufs- und Schutzkleidung sagt.
Die wichtigsten Kategorien
Weitere Kategorien
Textilien im Behandlungsalltag
Textilien schaffen Wärme und Komfort für Patienten und sind zugleich ein Hygienerisiko, wenn sie geteilt oder falsch aufbereitet werden. In der Praxis haben deshalb nur Textilien einen Platz, die je Patient gewechselt oder desinfizierend gewaschen werden.
- Handtücher: Frottee- und Waffelpiqué-Handtücher für Liege und Massage, Handtücher für den Patientenwaschplatz und die Fußpflege, waschbar bei mindestens 60 °C, besser 95 °C.
- Patientendecken: Decken aus Baumwolle, Mikrofaser oder Fleece für Liege, Wartezimmer und Infusionsplatz, waschbar bei 60 °C und in Größen für Liegen.
Berufskleidung wie Kasacks, Kittel und Hosen finden Sie unter Schutzkleidung, Liegenbezüge unter Praxisliegen, Liegenpapier unter Papierprodukte.
Handtücher: wo Stoff erlaubt ist und wo nicht
Am Handwaschplatz des Personals und der Patienten in Behandlungsbereichen sind Einmalhandtücher aus dem Spender vorgesehen, wie es die KRINKO-Empfehlung zur Händehygiene beschreibt; Stoffhandtücher, die mehrere Personen nutzen, sind dort ausgeschlossen. Stoffhandtücher bleiben für den Einsatz je Patient: als Auflage auf der Behandlungsliege in Physiotherapie und Massage, zum Abdecken und Abtrocknen in der Fußpflege, im Sanitärbereich der Praxis als Einmalhandtuch je Person.
Nach jedem Patienten wird das Handtuch gewechselt und in einem geschlossenen Wäschesammler abgelegt. Frottee aus Baumwolle nimmt viel Feuchtigkeit auf und verträgt 95 °C, Waffelpiqué trocknet schneller und ist leichter. Farbige Handtücher je Behandlungsraum oder Zweck erleichtern die Zuordnung.
Patientendecken und Wärme
Patienten frieren auf der Liege, beim Warten auf die Infusion und nach Eingriffen. Decken sind deshalb Teil der Grundausstattung: leichte Baumwolldecken für Untersuchung und Physiotherapie, Fleecedecken für Wartezimmer und Infusionsplätze, Einmaldecken aus Vlies für Notfall und Isolierbereiche. Decken werden je Patient gewechselt oder mit Bezug und Liegenpapier kombiniert und bei 60 °C mit desinfizierendem Waschverfahren aufbereitet. Für Einrichtungen, die Wäsche extern waschen lassen, gilt das Waschverfahren der Wäscherei nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts für Wäsche aus Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Berufskleidung, Arbeitskleidung, Schutzkleidung
Die TRBA 250 unterscheidet Kleidung nach ihrer Funktion: Berufs- oder Arbeitskleidung, die den Beschäftigten kennzeichnet und die Privatkleidung schützt; Arbeitskleidung mit Schutzfunktion, die laut Gefährdungsbeurteilung Kontaminationen vermeiden soll; und Schutzkleidung als persönliche Schutzausrüstung, die vor konkreten Gefährdungen schützt. Kleidung, die bei Tätigkeiten mit Infektionsgefahr getragen wird, stellt und wäscht der Arbeitgeber mit desinfizierenden Verfahren; sie wird nicht zu Hause gewaschen und nicht außerhalb der Einrichtung getragen.
Für Praxen heißt das: Kasacks und Kittel sind Arbeitskleidung, die täglich und bei Verschmutzung gewechselt wird; Schutzkittel, Schürzen und Masken kommen bei Tätigkeiten mit Kontaminationsgefahr darüber. Textilien für die gewerbliche Wäsche sind nach ISO 15797 für Industriewaschverfahren geeignet, was Farbe und Form über viele Waschzyklen erhält.
Aufbereitung und Bestellung
Praxiswäsche wird getrennt von Privatwäsche gesammelt, in geschlossenen Behältern transportiert und mit einem desinfizierenden Waschverfahren aufbereitet, entweder in der eigenen Waschmaschine mit gelistetem Waschmittel und ausreichender Temperatur oder in einer Wäscherei mit Verfahren für Gesundheitswäsche. Für Praxen, Physiotherapie und Pflegeeinrichtungen liefern wir Handtücher und Decken in Einrichtungsqualität auf Rechnung; Material, Grammatur und Waschtemperatur stehen am Artikel.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Sind Stoffhandtücher in der Praxis erlaubt?
Am Handwaschplatz in Behandlungsbereichen nicht; dort gelten Einmalhandtücher aus dem Spender. Je Patient gewechselte Stoffhandtücher sind auf Liege, in Physiotherapie und Fußpflege üblich.
Bei welcher Temperatur wird Praxiswäsche gewaschen?
Mindestens 60 °C mit einem desinfizierenden Waschverfahren, Frottee und Baumwolle bei 95 °C. Fleece und Mikrofaser nach Herstellerangabe, meist 60 °C.
Darf Praxiskleidung zu Hause gewaschen werden?
Kleidung, die bei Tätigkeiten mit Infektionsgefahr getragen wird, stellt und wäscht nach TRBA 250 der Arbeitgeber. Das private Waschen ist dafür nicht vorgesehen.
Welche Decke für die Untersuchungsliege?
Eine leichte Baumwolldecke, die bei 60 °C waschbar ist und je Patient gewechselt oder mit Bezug und Liegenpapier kombiniert wird. Für Notfall und Isolierbereiche Einmaldecken.
Was bedeutet ISO 15797 bei Textilien?
Die Norm beschreibt Industriewaschverfahren zur Prüfung von Berufskleidung. Textilien, die dafür geeignet sind, behalten Form und Farbe in der gewerblichen Wäsche über viele Zyklen.
Wie wird gebrauchte Praxiswäsche gesammelt?
Getrennt von Privatwäsche in geschlossenen Wäschesäcken oder Sammlern, ohne Sortieren am Arbeitsplatz, und mit Handschuhen, wenn sie mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kam.
Quellen
- BAuA: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege
- KRINKO: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (RKI, 2016)
- RKI: Desinfektionsmittel-Liste (auch Wäschedesinfektion)
- IWW: Praxiskleidung, einfach nur fesches Outfit oder mehr?
- KBV: Hygiene in der Arztpraxis, Leitfaden und Mustervorlagen





