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Pflegebedarf

Pflegebedarf und Pflegehilfsmittel für Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste und die häusliche Pflege: Inkontinenzprodukte, Lagerung und Fixierung, Alltagshilfen, Mobilitätshilfen, Urinbeutel, Katheter und Hilfen für Bad und WC. Was als Pflegehilfsmittel gilt, wer die Kosten trägt und wie Einrichtungen den Bedarf planen.

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Was Pflegebedarf umfasst

Pflegebedarf ist alles, was die Grundpflege, die Mobilisation und die Sicherheit pflegebedürftiger Menschen unterstützt. Das Sortiment folgt den Pflegeaufgaben des Tages.

Hygieneartikel wie Einmalhandschuhe, Schutzschürzen und Desinfektionsmittel, die in der Pflege täglich verbraucht werden, finden Sie im Bereich Hygiene.

Inkontinenzprodukte ansehen

Inkontinenz: Saugstärke, Passform, Hautschutz

Inkontinenzprodukte werden nach Saugleistung und Versorgungsform ausgewählt. Einlagen und Vorlagen mit Fixierhose eignen sich für leichte bis mittlere Inkontinenz und mobile Personen, Pants für aktive Menschen, die das Produkt selbst wechseln, Inkontinenzslips mit Klettverschluss für schwere Inkontinenz und bettlägerige Pflegebedürftige. Bettschutzeinlagen sichern Matratze und Wäsche.

Entscheidend für Hautgesundheit und Kosten ist die richtige Größe: Ein zu großes Produkt lässt Feuchtigkeit entweichen, ein zu kleines drückt. Die Hüft- und Taillenmaße auf der Verpackung sind verbindlicher als Kleidergrößen. Der Expertenstandard Kontinenzförderung des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege beschreibt, wie Einrichtungen Kontinenzprofile erheben und die Versorgung individuell planen.

Zur Ausscheidungspflege gehören auch Urinbeutel mit Ablaufhahn und Beinbeutel für katheterisierte Personen, Stechbecken und Urinflaschen für bettlägerige Patienten sowie Hautschutz und Reinigung ohne Wasser für die tägliche Intimpflege.

Alltagshilfen ansehen

Mobilität, Bad und Alltag

Gehhilfen, Rollatoren und Gehgestelle halten Menschen mobil und senken das Sturzrisiko. Auswahlkriterien sind Belastbarkeit, Höhenverstellung, Bremsen und Sitzfläche. Der Expertenstandard zur Erhaltung und Förderung der Mobilität betont, dass Hilfsmittel die Bewegung unterstützen und nicht ersetzen sollen; die Anpassung an die Person ist entscheidend.

Im Bad senken Toilettensitzerhöhungen, Duschhocker, Badewannenbretter und Haltegriffe das Sturzrisiko und ermöglichen die selbstständige Körperpflege. Alltagshilfen wie Greifzangen, Strumpfanzieher, Knöpfhilfen und Besteck mit verdicktem Griff erhalten Selbstständigkeit bei eingeschränkter Kraft und Beweglichkeit. Schnabeltassen, Trinkhilfen und Medizinbecher unterstützen bei Schluckstörungen und bei der Medikamentengabe.

Mobilitätshilfen ansehen

Häufige Fragen aus Praxis und Klinik

Was ist der Unterschied zwischen Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln?

Hilfsmittel nach SGB V gleichen eine Behinderung oder Krankheit aus und werden ärztlich verordnet, die Krankenkasse zahlt. Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI erleichtern die Pflege bei vorhandenem Pflegegrad, die Pflegekasse zahlt, eine Verordnung ist nicht nötig.

Welche Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden erstattet?

Saugende Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch, Einmalhandschuhe, Fingerlinge, Mundschutz, Schutzschürzen sowie Hände- und Flächendesinfektionsmittel, zusammen bis 42 Euro im Monat bei Pflege zu Hause.

Sind Inkontinenzeinlagen Pflegehilfsmittel?

Nein. Inkontinenzprodukte sind Hilfsmittel der Krankenversicherung und werden bei mittlerer bis schwerer Inkontinenz ärztlich verordnet. Die Pauschale für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch deckt sie nicht ab.

Wie finde ich die richtige Größe bei Inkontinenzprodukten?

Über Hüft- und Taillenumfang laut Größentabelle des Herstellers, nicht über die Kleidergröße. Die Saugstärke richtet sich nach Urinmenge und Wechselintervall; Tropfensymbole auf der Packung geben die Orientierung.

Wann dürfen Fixierungen in der Pflege eingesetzt werden?

Nur als letztes Mittel bei erheblicher Gefahr, mit Einwilligung der Person oder richterlicher Genehmigung, zeitlich begrenzt, dokumentiert und mit engmaschiger Überwachung. Alternativen wie Niedrigbetten, Sensormatten und Bewegungsförderung sind vorher zu prüfen.

Was gehört zur Dekubitusprophylaxe an Hilfsmitteln?

Druckverteilende Matratzen und Auflagen, Lagerungskissen und Keile, Fersenschoner sowie bei hohem Risiko Wechseldrucksysteme. Sie ergänzen die regelmäßige Umlagerung und Bewegungsförderung, ersetzen sie aber nicht.

Quellen

  1. § 40 SGB XI Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, gesetze-im-internet.de
  2. GKV-Spitzenverband: Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelverzeichnis
  3. DNQP: Expertenstandards in der Pflege (Dekubitusprophylaxe, Kontinenzförderung, Mobilität)
  4. BAuA: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege
  5. KRINKO: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (RKI, 2016)