Reanimation
Reanimation und Defibrillation für Praxis, Pflegeeinrichtung und Betrieb: automatisierte externe Defibrillatoren mit Elektroden, Batterien, Wandschränken und Beschilderung. Wie ein AED in die Reanimation eingebunden wird, was die Betreiberverordnung verlangt und wie Betriebe die Anschaffung organisieren.
Die wichtigsten Kategorien
Der AED in der Rettungskette
Beim plötzlichen Herzstillstand zählt jede Minute: Mit jeder Minute ohne Defibrillation sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Kammerflimmern deutlich. Die Reanimationsleitlinien des German Resuscitation Council setzen deshalb auf die Kette aus Notruf, Thoraxkompressionen, früher Defibrillation und professioneller Hilfe. Ein automatisierter externer Defibrillator analysiert den Herzrhythmus selbst, gibt nur bei defibrillierbarem Rhythmus einen Schock frei und führt Anwender per Sprache und Anzeige durch die Reanimation.
Defibrillatoren für Praxis, Pflege und Betrieb sind halbautomatisch mit Schocktaste oder vollautomatisch mit selbstständiger Schockabgabe, mit Erwachsenen- und Kinderelektroden, Sprachführung, Feedback zur Drucktiefe und Ereignisspeicher. Zubehör sind Ersatzelektroden, Batterien, Wandkästen mit Alarm, Beschilderung nach ISO 7010 und Notfallsets mit Beatmungsmaske, Schere und Handschuhen.
Für wen ein AED sinnvoll ist
Arztpraxen mit Eingriffen, Belastungs-EKG, Infusionstherapien oder vielen Herz-Kreislauf-Patienten halten einen AED als Teil der Notfallausstattung vor; die Kassenärztlichen Vereinigungen nennen ihn in ihren Hinweisen zur Notfallausstattung. Pflegeeinrichtungen mit vielen Bewohnern und Betriebe mit vielen Beschäftigten, Publikumsverkehr oder entlegenen Arbeitsplätzen profitieren ebenso. Die DGUV Information 204-010 beschreibt, wie Betriebe die automatisierte Defibrillation in die betriebliche Erste Hilfe einbinden: Standortwahl mit kurzen Wegen, Einweisung der Ersthelfer, Wartung und Dokumentation.
Der AED wird gut sichtbar, jederzeit zugänglich und beschildert aufgehängt, im Wandkasten mit Alarm, der beim Öffnen die Umgebung aufmerksam macht. Die Ersthelfer kennen Standort und Bedienung und üben den Einsatz im Erste-Hilfe-Kurs.

Betreiberpflichten nach Medizinprodukte-Betreiberverordnung
Defibrillatoren sind aktive Medizinprodukte der Anlage 1 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung. Der Betreiber führt ein Medizinproduktebuch mit Einweisung, Funktionsprüfungen, Wartungen und Vorkommnissen, weist das Personal ein und lässt alle zwei Jahre eine sicherheitstechnische Kontrolle nach § 11 durchführen, sofern der Hersteller keine kürzeren Fristen vorgibt. Für AED, die für die Anwendung durch Laien bestimmt sind, sieht die Verordnung Erleichterungen bei der Einweisungspflicht vor, das Medizinproduktebuch und die Kontrolle bleiben.
Elektroden und Batterien tragen ein Verfallsdatum und werden nach Plan gewechselt; die meisten Geräte führen tägliche Selbsttests durch und zeigen den Status an. Nach jedem Einsatz werden Elektroden ersetzt, der Ereignisspeicher ausgelesen und das Gerät geprüft.
Reanimation üben
Ein AED ersetzt nicht die Herzdruckmassage, er ergänzt sie. Die Leitlinien geben Thoraxkompressionen mit einer Tiefe von 5 bis 6 cm bei 100 bis 120 pro Minute vor, im Verhältnis 30 zu 2 mit Beatmung, unterbrochen nur für Analyse und Schock. Übungsgeräte und Reanimationsphantome mit Feedback trainieren Drucktiefe und Frequenz, Trainings-AED simulieren den Ablauf ohne Schockabgabe. Praxen und Einrichtungen üben mindestens einmal im Jahr mit dem gesamten Team, inklusive Notruf, Rollenverteilung und Übergabe an den Rettungsdienst.
Auswahl und Bestellung
Bei der Auswahl zählen Sprachführung in Deutsch, Kinderelektroden oder Kindermodus, Feedback zur Druckqualität, Batterie- und Elektrodenlaufzeit, Folgekosten und Service. Wir stellen AED-Pakete mit Wandkasten, Beschilderung, Notfallset und Ersatzverbrauchsmaterial zusammen und beraten zu Standort und Betreiberpflichten; Praxen, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Betriebe bestellen auf Rechnung. Technische Daten und Laufzeiten stehen am Artikel.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Darf jeder einen AED benutzen?
Ja. Automatisierte externe Defibrillatoren sind für Laien konzipiert, analysieren den Rhythmus selbst und geben nur bei Bedarf einen Schock frei. Die Sprachführung leitet durch den Einsatz.
Braucht ein AED eine sicherheitstechnische Kontrolle?
Ja, alle zwei Jahre nach § 11 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung, dazu ein Medizinproduktebuch und die Einweisung des Personals; für Laiengeräte gelten Erleichterungen bei der Einweisung.
Halbautomatisch oder vollautomatisch?
Halbautomatische Geräte verlangen das Drücken der Schocktaste, vollautomatische geben den Schock nach Warnung selbst ab. Für Laien und Betriebe sind beide geeignet, entscheidend sind Training und Verfügbarkeit.
Wie lange halten Elektroden und Batterien?
Elektroden meist zwei bis fünf Jahre, Batterien zwei bis fünf Jahre je nach Gerät. Beide tragen ein Verfallsdatum, das Gerät meldet den Wechsel; nach jedem Einsatz werden Elektroden ersetzt.
Wo wird der AED aufgehängt?
Zentral, jederzeit zugänglich, beschildert, in maximal wenigen Minuten Fußweg von jedem Arbeitsplatz, im Wandkasten mit Alarm. Standorte werden dem Team bekannt gemacht.
Wie tief und wie schnell wird bei der Reanimation gedrückt?
5 bis 6 cm tief bei 100 bis 120 Kompressionen pro Minute, im Verhältnis 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen, mit möglichst wenigen Unterbrechungen.
Quellen
- German Resuscitation Council: Leitlinien zur Reanimation
- DGUV Information 204-010 Automatisierte Defibrillation im Rahmen der betrieblichen Ersten Hilfe
- DGUV Fachbereich Erste Hilfe: Themenfeld AED
- Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) § 11 Sicherheitstechnische Kontrollen
- MPBetreibV Anlage 1: Medizinprodukte mit sicherheitstechnischen Kontrollen
- KV Nordrhein: Hinweise zur Ausstattung des Notfallkoffers




