Notfallkoffer und Taschen
Notfallkoffer, Notfalltaschen und Notfallrucksäcke für Praxis, Pflege und Betrieb: Verbandskästen nach DIN 13157 und 13169, Füllsortimente, KFZ-Verbandkästen nach DIN 13164, Notfallkoffer nach DIN 13232 und Rucksäcke leer oder gefüllt. Welche Norm wofür gilt, wie Sie Koffer und Rucksack bestücken und was bei Kontrolle und Nachfüllung zählt.
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Drei Normen, drei Zwecke
Wer Erste-Hilfe-Material beschafft, begegnet drei DIN-Nummern, die verschiedene Aufgaben abdecken.
- DIN 13157 (Verbandkasten C) und DIN 13169 (Verbandkasten E) regeln den Inhalt der Verbandkästen für Betriebe. Sie sind die Grundlage der Erste-Hilfe-Ausstattung nach ASR A4.3 und gelten auch für Praxen, Pflegeeinrichtungen und Schulen. Die Ausgaben 2021-11 haben Feuchttücher zur Hautreinigung und medizinische Gesichtsmasken ergänzt.
- DIN 13164 (Verbandkasten B) ist der KFZ-Verbandkasten, dessen Inhalt seit der Ausgabe 2022-02 zwei medizinische Gesichtsmasken enthält. Er gehört in jedes Fahrzeug, auch in die Dienstwagen von Pflegediensten.
- DIN 13232 beschreibt die Notfall-Ausrüstung für den Arztkoffer in Modulen: Modul A Grundausstattung, Modul B Erweiterung, Modul C Kinder. Sie ist die Referenz für Notfallkoffer und -rucksäcke im ärztlichen Einsatz.
Verbandkästen, KFZ-Kästen und Füllsortimente decken die Erste Hilfe für Beschäftigte ab, Notfallkoffer und Notfallrucksäcke die medizinische Notfallversorgung von Patienten. Beides ist in einer Praxis nötig.
Verbandkästen für Praxis und Betrieb
Die ASR A4.3 legt die Anzahl der Verbandkästen nach Betriebsart und Beschäftigtenzahl fest: In Verwaltungs- und Handelsbetrieben bis 50 Beschäftigte ein kleiner Verbandkasten, in Herstellungs- und Verarbeitungsbetrieben bis 20 Beschäftigte, darüber gestaffelt mehr oder ein großer Verbandkasten. Kästen müssen leicht erreichbar, gekennzeichnet und vor Verschmutzung, Feuchtigkeit und Hitze geschützt sein. Die DGUV Information 204-022 erläutert die Ausstattung und ergänzt sie um Ersthelfer, Meldeeinrichtungen und Dokumentation.
Der kleine Verbandkasten nach DIN 13157 enthält unter anderem Wundschnellverbände, Verbandpäckchen, Kompressen, Fixierbinden, Verbandtücher, Dreiecktuch, Rettungsdecke, Einmalhandschuhe, Schere, Feuchttücher und Masken; der große nach DIN 13169 die doppelte Menge in einem größeren Behälter. Füllsortimente ersetzen Verbrauchtes und Abgelaufenes ohne neuen Kasten; Verbandschränke mit Sichtfenster eignen sich für feste Standorte.
Notfallkoffer oder Notfallrucksack: die Wahl für Praxis und Hausbesuch
Der Notfallkoffer aus Aluminium oder Kunststoff steht an einem festen Platz, ist übersichtlich in Modulen gegliedert und schützt den Inhalt; er ist die Wahl für Behandlungsräume und Pflegeeinrichtungen. Der Notfallrucksack lässt sich auf dem Rücken tragen, hält die Hände frei und passt in Treppenhäuser und Autos; er ist die Wahl für Hausbesuche, Pflegedienste, weitläufige Gelände und den Rettungsdienst. Notfalltaschen liegen dazwischen und dienen oft als Ergänzung mit Sauerstoff oder Medikamenten.
Innen entscheidet die Ordnung: Modultaschen mit Klarsichtfenster, farbliche Trennung von Beatmung, Kreislauf, Diagnostik und Medikamenten, eine Inhaltsliste oben auf. Gefüllte Sets nach DIN 13232 Modul A und B liefern eine geprüfte Grundausstattung, leere Koffer und Rucksäcke werden nach eigener Liste bestückt. Die KV Nordrhein gibt in ihren Hinweisen zum Notfallkoffer eine praxisnahe Orientierung für die Bestückung.
Bestückung an das Leistungsspektrum anpassen
Eine allgemeinmedizinische Praxis braucht Beatmungsbeutel mit Masken, Guedel-Tuben, Absaugung, Sauerstoff, Blutdruckmessgerät, Stethoskop, Pulsoximeter, Blutzuckermessgerät, Venenzugang mit Infusion, Notfallmedikamente, Verbandmaterial und Rettungsdecke. Praxen mit Kindern ergänzen Modul C mit Kindermasken, kleinen Tuben und Kinderdosierungen; Praxen mit Eingriffen und Belastungstests einen Defibrillator. Pflegeeinrichtungen setzen auf Beatmungshilfen, Absaugung, Sauerstoff und Verbandmaterial, Medikamente nach ärztlicher Anordnung.
Betriebe ohne medizinisches Personal halten Verbandkästen nach Norm, Rettungsdecken und je nach Gefährdung Augenspülung und Defibrillator vor. Für alle gilt: Die Inhaltsliste ist schriftlich, jede Position hat Menge und Verfallsdatum.
Kontrolle, Nachfüllung, Verantwortung
Erste-Hilfe-Material und Notfallausstattung werden regelmäßig geprüft: nach jedem Gebrauch sofort, sonst monatlich per Checkliste. Sterile Artikel und Medikamente tragen ein Verfallsdatum, Batterien entladen sich, Sauerstoffflaschen brauchen die wiederkehrende Prüfung. Eine verantwortliche Person und eine Vertretung werden benannt und im Qualitätsmanagement festgehalten. Nachfüllsets nach DIN 13157, 13169 und 13164 sowie Einzelartikel machen die Ergänzung zur Routine.
Bestellung und Zusammenstellung
Wir liefern Verbandkästen und Füllsortimente nach Norm, KFZ-Verbandkästen, Notfallkoffer und Rucksäcke leer oder gefüllt nach DIN 13232 und stellen auf Wunsch Bestückungen nach Fachrichtung zusammen. Praxen, Pflegedienste, Schulen und Betriebe bestellen auf Rechnung; Inhaltslisten und Normangaben stehen am Artikel.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Welcher Verbandkasten für eine Arztpraxis?
Mindestens ein kleiner Verbandkasten nach DIN 13157 für die Erste Hilfe der Beschäftigten, je nach Größe mehr oder ein großer nach DIN 13169. Die medizinische Notfallausstattung für Patienten kommt als Notfallkoffer oder Rucksack dazu.
Was ist der Unterschied zwischen DIN 13157 und DIN 13232?
DIN 13157 regelt den Verbandkasten für die Erste Hilfe im Betrieb. DIN 13232 beschreibt die Notfall-Ausrüstung für den Arztkoffer mit Beatmung, Diagnostik, Venenzugang und Medikamenten in Modulen.
Dürfen alte Verbandkästen weiter genutzt werden?
Ja, wenn sie mit den seit 2021 ergänzten Positionen wie Feuchttüchern und Masken nachgerüstet werden und der Inhalt vollständig und nicht abgelaufen ist.
Koffer oder Rucksack für den Hausbesuch?
Rucksack. Er hält die Hände frei, ist in Treppenhäusern und Autos praktischer und mit Modultaschen genauso übersichtlich wie ein Koffer.
Wie oft wird die Notfallausstattung kontrolliert?
Nach jedem Einsatz sofort, sonst monatlich per Checkliste mit Vollständigkeit, Funktion und Verfallsdaten. Eine verantwortliche Person und eine Vertretung werden benannt.
Was gehört in den KFZ-Verbandkasten seit 2022?
Der Inhalt nach DIN 13164:2022-02, der zusätzlich zwei medizinische Gesichtsmasken enthält. Ältere Kästen dürfen mit Masken nachgerüstet weitergenutzt werden.
Quellen
- BAuA: ASR A4.3 Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe
- DGUV Information 204-022 Erste Hilfe im Betrieb
- DIN 13157:2021-11 Erste-Hilfe-Material, Verbandkasten C (DIN Media)
- DIN 13169:2021-11 Erste-Hilfe-Material, Verbandkasten E (DIN Media)
- DIN 13164:2022-02 Erste-Hilfe-Material, Verbandkasten B (DIN Media)
- DIN 13232:2011-05 Notfall-Ausrüstung, Notfall-Arztkoffer (DIN Media)
- KV Nordrhein: Hinweise zur Ausstattung des Notfallkoffers











