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Notfall-Ausrüstung

Notfall-Ausrüstung für Praxis, Pflege, Betrieb und Schule: Rettungsdecken, Augenspülung, Rettungsausrüstung, Insektenstichbehandlung und Krankentragen. Welche Ausrüstung neben dem Verbandkasten gefordert ist, wann Augenspülstationen Pflicht sind und wie Rettungsdecke und Trage richtig eingesetzt werden.

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Ausrüstung über den Verbandkasten hinaus

Die Erste-Hilfe-Ausstattung eines Betriebs endet nicht beim Verbandkasten. Die ASR A4.3 verlangt je nach Gefährdung zusätzliche Mittel und Einrichtungen: Rettungsdecken, Augenspüleinrichtungen bei Tätigkeiten mit Gefahr für die Augen, Krankentragen in größeren Betrieben und Rettungsgeräte für besondere Gefahren. Die DGUV Information 204-022 erläutert, wie sich der Bedarf aus der Gefährdungsbeurteilung ergibt.

  • Rettungsdecken: Aluminiumbeschichtete Folien gegen Auskühlung und Überhitzung, in jedem Verbandkasten enthalten und als Ergänzung für Praxis, Fahrzeug und Veranstaltung.
  • Augenspülung: Spülflaschen mit steriler Kochsalz- oder Phosphatpufferlösung und Augenspülstationen für Labor, Aufbereitungsraum und Werkstatt.
  • Rettungsausrüstung: Rettungsscheren, Beatmungshilfen, Sofort-Kältekompressen, Verbandtücher und Erste-Hilfe-Sets für Ersthelfer.
  • Insektenstichbehandlung: Stichheiler und Kühlung für Praxis, Kita und Betrieb.
  • Krankentragen: Klapptragen, Schaufeltragen und Tragetücher für Transport und Rettung.

Notfallkoffer, Verbandkästen und Beatmungsbedarf finden Sie in den Nachbarkategorien des Bereichs Notfall.

Rettungsdecken ansehen

Rettungsdecke richtig verwenden

Die Rettungsdecke aus metallbeschichteter Folie reflektiert Wärmestrahlung: goldene Seite außen und silberne innen hält Wärme beim Verletzten, umgekehrt schützt sie vor Sonne und Hitze. Sie wird bei Unterkühlung, Schock und langer Wartezeit auf den Rettungsdienst über und unter den Körper gelegt, wobei der Kopf frei bleibt. Ihre Wirkung beruht auf dem Windschutz und der Reflexion, isolierend wirkt sie erst zusammen mit Kleidung oder einer zweiten Decke. Rettungsdecken sind Einmalartikel, werden trocken gelagert und gehören in jeden Verbandkasten nach DIN 13157, in Notfalltaschen und Fahrzeuge.

Dreiecktücher ansehen

Kleine Ausstattung mit großer Wirkung

Sofort-Kältekompressen kühlen Prellungen, Stiche und Verstauchungen ohne Kühlschrank; sie werden einmal aktiviert und danach entsorgt. Stichheiler behandeln Insektenstiche mit Wärme und mindern Juckreiz und Schwellung, ein Nutzen für Kitas, Schulen und Praxen im Sommer. Rettungsscheren mit stumpfer Spitze schneiden Kleidung und Gurte, Beatmungshilfen mit Ventil schützen Ersthelfer bei der Mund-zu-Mund-Beatmung. Alles Material hat seinen festen Platz in der Erste-Hilfe-Ausstattung und wird nach Gebrauch ersetzt.

Einmalkissen ansehen

Häufige Fragen aus Praxis und Klinik

Braucht eine Arztpraxis eine Augenspülstation?

Ja, wenn im Aufbereitungsraum oder Labor mit Desinfektionsmittelkonzentraten oder Chemikalien gearbeitet wird. Die ASR A4.3 verlangt Augenspüleinrichtungen in der Nähe solcher Arbeitsplätze.

Kochsalz oder Phosphatpuffer für die Augenspülung?

Sterile Kochsalzlösung für Fremdkörper, Staub und Spritzer, phosphatgepufferte Lösung für Säuren und Laugen, weil sie den pH-Wert schneller normalisiert. An Chemikalienarbeitsplätzen beides vorhalten.

Welche Seite der Rettungsdecke kommt nach außen?

Zum Wärmen die goldene Seite außen und die silberne zum Körper, zum Schutz vor Hitze und Sonne die silberne Seite außen. Kopf frei lassen, Decke an den Rändern anlegen.

Wie lange sind Augenspülflaschen haltbar?

Ungeöffnet bis zum aufgedruckten Verfallsdatum, meist drei Jahre. Nach dem Öffnen werden sie entsorgt, weil die Lösung nicht mehr steril ist.

Wann ist eine Krankentrage vorgeschrieben?

Die ASR A4.3 sieht Tragen in Betrieben vor, in denen Verletzte über größere Entfernungen oder aus schwer zugänglichen Bereichen gebracht werden müssen; die Gefährdungsbeurteilung legt das fest.

Wie kühlt man einen Insektenstich richtig?

Mit Kältekompresse oder Kühlpack durch ein Tuch, nicht direkt auf der Haut. Stichheiler mit Wärme lindern Juckreiz und Schwellung. Bei Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Kreislaufreaktion sofort Notruf.

Quellen

  1. BAuA: ASR A4.3 Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe
  2. DGUV Information 204-022 Erste Hilfe im Betrieb
  3. DIN 13157:2021-11 Erste-Hilfe-Material, Verbandkasten C (DIN Media)
  4. DGUV Information 207-206 Tätigkeiten mit Desinfektionsmitteln im Gesundheitsdienst
  5. KV Nordrhein: Hinweise zur Ausstattung des Notfallkoffers