Laborausrüstung
Laborausrüstung für Praxislabor, Schule und Hochschule: Messbecher, Messzylinder, Bechergläser, Laborflaschen, Spritzflaschen, Tropfflaschen, Mörser, Pipetten, Mehrkanalpipetten und Pipettenspitzen. Welche Gefäße und Volumenmessgeräte wofür passen, was Glas von Kunststoff unterscheidet und wie Pipetten geprüft werden.
Die wichtigsten Kategorien
Weitere Kategorien
Grundausstattung nach Aufgabe
- Volumen messen: Messbecher und Messzylinder für grobe Volumina, Pipetten, Mehrkanalpipetten, Einmal-Mikropipetten und Filterspitzen für exakte Mengen.
- Lagern und dosieren: Laborflaschen mit Schraubgewinde, Gewindeflaschen, Tropfflaschen und Spritzflaschen für Reagenzien, Puffer und destilliertes Wasser.
- Zerkleinern und mischen: Mörser mit Pistill aus Porzellan, Glas oder Achat für Rezeptur und Probenaufbereitung, Bechergläser zum Ansetzen und Erwärmen.
Verbrauchsmaterial wie Probenröhrchen, Reaktionsgefäße und Küvetten steht unter Laborverbrauchsmaterial, Geräte wie Waagen, Zentrifugen und Mikroskope unter Laborgeräte.
Glas oder Kunststoff
Borosilikatglas ist hitzebeständig, chemisch inert und autoklavierbar; es ist die Wahl für Bechergläser, Messzylinder und Laborflaschen, die erwärmt, sterilisiert oder mit Lösungsmitteln genutzt werden. Kunststoff aus Polypropylen ist bruchsicher, leichter und günstiger, verträgt Temperaturen bis etwa 120 °C und lässt sich autoklavieren, ist aber gegenüber manchen Lösungsmitteln empfindlich und trübt mit der Zeit. Für Praxislabore und Schulen, in denen vor allem wässrige Lösungen gehandhabt werden, ist Polypropylen für Messbecher und Spritzflaschen die praktische Lösung, Glas bleibt für Erwärmen und exakte Messungen.
Messgeräte tragen die Kennzeichnung der Genauigkeitsklasse: Klasse A für hohe Genauigkeit, Klasse B für den Routinegebrauch. Messzylinder messen genauer als Messbecher, weil die Skala enger und die Säule höher ist; die Ablesung erfolgt am unteren Meniskus auf Augenhöhe.
Pipetten: Typen, Prüfung, Pflege
Kolbenhubpipetten mit Luftpolster sind das Standardwerkzeug für Volumina von 0,1 µl bis 10 ml; sie nehmen die Flüssigkeit über ein Luftpolster in die Spitze auf und geben sie durch Überhub vollständig ab. Direktverdrängerpipetten eignen sich für viskose, flüchtige oder schäumende Flüssigkeiten. Mehrkanalpipetten mit 8 oder 12 Kanälen füllen Mikrotiterplatten in einem Zug und sind in Serologie und Molekulardiagnostik unverzichtbar. Einmal-Mikropipetten aus Glas mit Ringmarke nehmen definierte Kapillarblutmengen für Blutzucker und Hämatokrit auf.
Die Normenreihe DIN EN ISO 8655 legt Anforderungen und Prüfverfahren für Kolbenhubpipetten fest. Im Praxislabor werden Pipetten regelmäßig gravimetrisch geprüft, die Prüfung dokumentiert und die Pipette bei Abweichung justiert oder zum Service gegeben. Kolben, Dichtungen und Abwerfer werden nach Herstellerangabe gereinigt; Pipetten werden senkrecht im Ständer gelagert, nie mit Flüssigkeit in der Spitze abgelegt.
Flaschen, Spritzflaschen, Mörser
Laborflaschen mit Gewinde und Ausgießring sind das Standardgefäß für Reagenzien, Puffer und Medien; sie werden mit Inhalt, Datum und Gefahrenkennzeichnung beschriftet. Spritzflaschen dosieren destilliertes Wasser, Alkohol oder Puffer gezielt; für Lösungsmittel sind lösemittelbeständige Ausführungen mit Belüftungsventil vorgesehen. Tropfflaschen geben Reagenzien tropfenweise ab, etwa für Färbungen und Schnelltests.
Mörser mit Pistill zerkleinern Tabletten, Kräuter und Proben. Porzellan ist der Allrounder, Glas für saure und färbende Substanzen, Achat für kleine Mengen und hohe Reinheit. Nach Gebrauch werden Mörser gründlich gereinigt, damit keine Rückstände in die nächste Rezeptur gelangen.
Sicherheit im Umgang mit Chemikalien
Reagenzien und Desinfektionsmittel sind Gefahrstoffe. Die Technische Regel TRGS 401 beschreibt den Hautschutz beim Umgang mit Chemikalien, die Biostoffverordnung mit TRBA 100 die Schutzmaßnahmen bei biologischem Material im Labor. Konkret: Schutzbrille und Handschuhe beim Ansetzen und Umfüllen, Gefäße nie mit dem Mund pipettieren, Chemikalien in beschrifteten, dicht schließenden Laborflaschen und getrennt von Lebensmitteln lagern, brennbare Stoffe im Sicherheitsschrank. Glasbruch wird mit Kehrgerät entsorgt, nie mit der Hand.
Ausstattung und Bestellung
Für Praxislabore, Apotheken, Schulen und Hochschulen stellen wir Grundausstattungen an Gefäßen, Pipetten und Zubehör zusammen und liefern auf Rechnung. Klassensätze für den Unterricht, Ersatzteile für Pipetten und passende Spitzen sind ab Lager verfügbar; Datenblätter mit Materialangaben und Temperaturgrenzen stehen am Artikel.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Messbecher oder Messzylinder?
Der Messzylinder misst genauer, weil seine Skala feiner und die Flüssigkeitssäule höher ist. Der Messbecher ist für grobe Mengen, zum Ansetzen und Umfüllen gedacht.
Welche Pipette für das Praxislabor?
Ein bis zwei variable Kolbenhubpipetten, etwa 10 bis 100 µl und 100 bis 1000 µl, mit passenden Spitzen. Für Mikrotiterplatten eine Mehrkanalpipette, für Kapillarblut Einmal-Mikropipetten mit Ringmarke.
Wie oft müssen Pipetten geprüft werden?
Nach DIN EN ISO 8655 in regelmäßigen, vom Anwender festgelegten Intervallen, in vielen Laboren alle drei bis zwölf Monate je nach Nutzung, gravimetrisch mit Waage und dokumentiert.
Kann Polypropylen autoklaviert werden?
Ja, Polypropylen verträgt die Dampfsterilisation bei 121 °C. Polystyrol und PET dagegen nicht; hier genügt eine Desinfektion oder das Gefäß ist als Einmalartikel gedacht.
Welcher Mörser für Rezepturen?
Porzellan mit rauer Innenfläche für die meisten Anwendungen, Glas für färbende oder saure Substanzen, Achat für kleine Mengen mit hoher Reinheitsanforderung.
Wie werden Chemikalien im Praxislabor gelagert?
In beschrifteten, dicht schließenden Laborflaschen mit Gefahrenkennzeichnung, getrennt nach Verträglichkeit, brennbare Stoffe im Sicherheitsschrank, alles außerhalb der Reichweite von Patienten und getrennt von Lebensmitteln.
Quellen
- DIN EN ISO 8655-2:2022-11 Volumenmessgeräte mit Hubkolben, Teil 2: Pipetten (DIN Media)
- BAuA: TRGS 401 Gefährdung durch Hautkontakt
- BAuA: TRBA 100 Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien
- Bundesärztekammer: Richtlinie zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK)



















