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Laborausrüstung

Laborausrüstung für Praxislabor, Schule und Hochschule: Messbecher, Messzylinder, Bechergläser, Laborflaschen, Spritzflaschen, Tropfflaschen, Mörser, Pipetten, Mehrkanalpipetten und Pipettenspitzen. Welche Gefäße und Volumenmessgeräte wofür passen, was Glas von Kunststoff unterscheidet und wie Pipetten geprüft werden.

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Grundausstattung nach Aufgabe

Verbrauchsmaterial wie Probenröhrchen, Reaktionsgefäße und Küvetten steht unter Laborverbrauchsmaterial, Geräte wie Waagen, Zentrifugen und Mikroskope unter Laborgeräte.

Messbecher ansehen

Pipetten: Typen, Prüfung, Pflege

Kolbenhubpipetten mit Luftpolster sind das Standardwerkzeug für Volumina von 0,1 µl bis 10 ml; sie nehmen die Flüssigkeit über ein Luftpolster in die Spitze auf und geben sie durch Überhub vollständig ab. Direktverdrängerpipetten eignen sich für viskose, flüchtige oder schäumende Flüssigkeiten. Mehrkanalpipetten mit 8 oder 12 Kanälen füllen Mikrotiterplatten in einem Zug und sind in Serologie und Molekulardiagnostik unverzichtbar. Einmal-Mikropipetten aus Glas mit Ringmarke nehmen definierte Kapillarblutmengen für Blutzucker und Hämatokrit auf.

Die Normenreihe DIN EN ISO 8655 legt Anforderungen und Prüfverfahren für Kolbenhubpipetten fest. Im Praxislabor werden Pipetten regelmäßig gravimetrisch geprüft, die Prüfung dokumentiert und die Pipette bei Abweichung justiert oder zum Service gegeben. Kolben, Dichtungen und Abwerfer werden nach Herstellerangabe gereinigt; Pipetten werden senkrecht im Ständer gelagert, nie mit Flüssigkeit in der Spitze abgelegt.

Pipetten ansehen

Sicherheit im Umgang mit Chemikalien

Reagenzien und Desinfektionsmittel sind Gefahrstoffe. Die Technische Regel TRGS 401 beschreibt den Hautschutz beim Umgang mit Chemikalien, die Biostoffverordnung mit TRBA 100 die Schutzmaßnahmen bei biologischem Material im Labor. Konkret: Schutzbrille und Handschuhe beim Ansetzen und Umfüllen, Gefäße nie mit dem Mund pipettieren, Chemikalien in beschrifteten, dicht schließenden Laborflaschen und getrennt von Lebensmitteln lagern, brennbare Stoffe im Sicherheitsschrank. Glasbruch wird mit Kehrgerät entsorgt, nie mit der Hand.

Pipettenspitzen ansehen

Häufige Fragen aus Praxis und Klinik

Messbecher oder Messzylinder?

Der Messzylinder misst genauer, weil seine Skala feiner und die Flüssigkeitssäule höher ist. Der Messbecher ist für grobe Mengen, zum Ansetzen und Umfüllen gedacht.

Welche Pipette für das Praxislabor?

Ein bis zwei variable Kolbenhubpipetten, etwa 10 bis 100 µl und 100 bis 1000 µl, mit passenden Spitzen. Für Mikrotiterplatten eine Mehrkanalpipette, für Kapillarblut Einmal-Mikropipetten mit Ringmarke.

Wie oft müssen Pipetten geprüft werden?

Nach DIN EN ISO 8655 in regelmäßigen, vom Anwender festgelegten Intervallen, in vielen Laboren alle drei bis zwölf Monate je nach Nutzung, gravimetrisch mit Waage und dokumentiert.

Kann Polypropylen autoklaviert werden?

Ja, Polypropylen verträgt die Dampfsterilisation bei 121 °C. Polystyrol und PET dagegen nicht; hier genügt eine Desinfektion oder das Gefäß ist als Einmalartikel gedacht.

Welcher Mörser für Rezepturen?

Porzellan mit rauer Innenfläche für die meisten Anwendungen, Glas für färbende oder saure Substanzen, Achat für kleine Mengen mit hoher Reinheitsanforderung.

Wie werden Chemikalien im Praxislabor gelagert?

In beschrifteten, dicht schließenden Laborflaschen mit Gefahrenkennzeichnung, getrennt nach Verträglichkeit, brennbare Stoffe im Sicherheitsschrank, alles außerhalb der Reichweite von Patienten und getrennt von Lebensmitteln.

Quellen

  1. DIN EN ISO 8655-2:2022-11 Volumenmessgeräte mit Hubkolben, Teil 2: Pipetten (DIN Media)
  2. BAuA: TRGS 401 Gefährdung durch Hautkontakt
  3. BAuA: TRBA 100 Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien
  4. Bundesärztekammer: Richtlinie zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK)