OP-Bedarf
OP-Bedarf für Eingriffsraum, ambulantes Operieren und Klinik: OP-Abdeckungen und OP-Abdecktücher, Lochtücher, OP-Sets, Inzisionsfolien, Hautmarker und Hautmarkierungsstifte. Welche Abdeckung wofür passt, was DIN EN 13795 vorgibt und wie die KRINKO die Vorbereitung des Operationsfelds beschreibt.
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Das sterile Feld aufbauen
Jeder Eingriff braucht ein steriles Feld: Abdeckung des Patienten, Abdeckung der Instrumententische, Markierung des Schnitts und Schutz der Wundränder. Das Material dafür ist steril verpackt, einmal verwendbar und nach Eingriffsart zusammengestellt.
- OP-Abdeckungen und OP-Abdecktücher: sterile Tücher aus Vlies oder Laminat in Standardgrößen, mit oder ohne Klebekante, zum Abdecken von Patient, Tisch und Beistelltisch.
- Lochtücher: Abdecktücher mit zentraler Öffnung für kleine Eingriffe, Punktionen und Katheteranlage, mit Klebeausschnitt für sicheren Sitz.
- OP-Sets: vorkonfektionierte Sets für Eingriffe wie Fadenzug, Wundversorgung, Abszess, Zystenentfernung oder Katheteranlage.
- Inzisionsfolien: transparente Klebefolien über dem Schnittbereich, mit oder ohne antimikrobiellen Zusatz.
- Hautmarker und Hautmarkierungsstifte: sterile Stifte zur Markierung von Schnittlinien und Operationsseite.
Sterile OP-Kittel, Handschuhe und Hauben finden Sie unter OP-Bekleidung, Instrumente und Nahtmaterial unter Instrumentarium und Wundverschluss.
Abdeckungen nach DIN EN 13795
OP-Abdecktücher sind Medizinprodukte und nach DIN EN 13795-1 geprüft: Barrierewirkung gegen Keimdurchtritt im trockenen und feuchten Zustand, Flüssigkeitsaufnahme und -durchtritt, Reißfestigkeit, Partikelabgabe. Die Norm unterscheidet Standardleistung und hohe Leistung; Tücher mit hoher Leistung haben verstärkte Zonen und sind für lange Eingriffe mit viel Flüssigkeit vorgesehen. Einmaltücher aus Vlies-Folien-Laminat mit saugfähiger Oberseite und flüssigkeitsdichter Unterseite sind heute Standard, Mehrwegtücher aus Mikrofasergewebe laufen über validierte Aufbereitungskreisläufe.
Für die Praxis genügen Standardtücher in 45 x 75 cm und 75 x 90 cm, ein Lochtuch mit 6 bis 10 cm Öffnung, ein Tischtuch für den Instrumententisch und Klebestreifen zum Fixieren. OP-Sets bündeln das je Eingriff und sparen Rüstzeit und Fehlgriffe.
Vorbereitung des Operationsfelds nach KRINKO
Die KRINKO-Empfehlung zur Prävention postoperativer Wundinfektionen legt die Vorbereitung fest: Haare im Operationsgebiet nur bei Bedarf und mit Schermaschine entfernen, Hautantiseptik mit einem alkoholischen Präparat unter Einhaltung der Einwirkzeit und mit Wischen vom Schnitt nach außen, danach steriles Abdecken, das bis zum Eingriff nicht mehr verschoben wird. Die Empfehlung sieht keinen Vorteil von Inzisionsfolien ohne antimikrobiellen Zusatz für die Infektionsrate; Folien mit Wirkstoff werden im Einzelfall verwendet. Die Markierung der Operationsseite vor dem Eingriff ist Teil der Patientensicherheit und wird mit sterilem Hautmarker dokumentiert.
Das sterile Feld wird von steril gekleideten Personen aufgebaut, unsterile Personen halten Abstand, alles unterhalb der Tischkante gilt als unsteril. Verrutschte oder durchfeuchtete Abdeckungen werden ersetzt.
OP-Sets: Zusammenstellung und Vorteile
Vorkonfektionierte Sets enthalten Abdeckung, Tupfer, Kompressen, Schale, Einmalinstrumente oder Instrumentenaufnahme und oft Spritze und Kanüle für die Lokalanästhesie, in einer sterilen Verpackung mit Chargennummer. Sie verkürzen die Vorbereitung, sichern die Vollständigkeit und erleichtern die Dokumentation über das Chargenetikett. Praxen mit wiederkehrenden Eingriffen stellen mit dem Hersteller eigene Sets zusammen; für Standardeingriffe stehen Sets ab Lager bereit.
Hautmarker und Markierung
Sterile Hautmarker mit Gentianaviolett oder anderen hautverträglichen Farbstoffen markieren Schnittlinie, Operationsseite und Orientierungspunkte; sie sind einzeln steril verpackt, oft mit Lineal und Etiketten. Die Markierung bleibt nach der Hautantiseptik sichtbar und wird vor dem Abdecken geprüft. Unsterile Marker sind für Vorbesprechung und Fotodokumentation, nicht für das sterile Feld vorgesehen.
Bevorratung und Bestellung
Abdeckungen und Sets tragen ein Verfallsdatum, werden trocken und staubgeschützt gelagert und nach Verbrauch bestellt. Ein Sortiment aus zwei Tuchgrößen, Lochtuch, Tischtuch, Standard-Sets und Hautmarkern deckt die Eingriffe einer Praxis ab. Für Praxen mit Eingriffsraum, ambulante OP-Zentren und Kliniken liefern wir OP-Bedarf auf Rechnung; Normangaben, Maße und Setinhalte stehen am Artikel.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Welche Abdeckung für kleine Eingriffe in der Praxis?
Ein steriles Lochtuch mit Klebeausschnitt für Abszess, Zyste und Fadenzug, ein Tischtuch für die Instrumente und bei Bedarf ein Standardtuch zum Abdecken der Umgebung, alle nach DIN EN 13795.
Was unterscheidet Standardleistung und hohe Leistung?
Tücher mit hoher Leistung haben verstärkte, saugfähigere und dichtere Zonen für lange Eingriffe mit viel Flüssigkeit. Für kurze Eingriffe reicht Standardleistung.
Sind Inzisionsfolien Pflicht?
Nein. Die KRINKO sieht für Folien ohne Wirkstoff keinen Vorteil bei der Infektionsrate. Folien mit antimikrobiellem Zusatz werden im Einzelfall nach Entscheidung des Operateurs eingesetzt.
Wie wird die Haut vor dem Eingriff vorbereitet?
Haare nur bei Bedarf mit Schermaschine entfernen, alkoholische Hautantiseptik mit Einwirkzeit vom Schnitt nach außen, danach steriles Abdecken ohne Verschieben.
Was gehört in ein Set für die Wundversorgung?
Sterile Abdeckung, Pinzette, Schere oder Fadenmesser, Tupfer und Kompressen, Schale, Handschuhe je nach Ausführung. Chargennummer und Verfallsdatum stehen auf der Packung.
Wie lange sind sterile Abdeckungen haltbar?
Nach Verfallsdatum, meist drei bis fünf Jahre bei trockener, staubgeschützter Lagerung und unbeschädigter Verpackung. Beschädigte Packungen gelten als unsteril.
Quellen
- DIN EN 13795-1:2025-03 Operationskleidung und -abdecktücher, Teil 1 (DIN Media)
- KRINKO: Prävention postoperativer Wundinfektionen (RKI, Bundesgesundheitsblatt 4/2018)
- KRINKO: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (RKI, 2016)
- Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR), EUR-Lex
- DIN EN ISO 11607-1:2024-02 Verpackungen für in der Endverpackung zu sterilisierende Medizinprodukte (DIN Media)














