Spritzen
Spritzen für Praxis, Klinik, Pflege und Labor: Standard-Einmalspritzen von 1 bis 60 ml, Insulinspritzen, Tuberkulinspritzen, Metallspritzen und Druckinjektoren. Zweiteilig oder dreiteilig, Luer oder Luer-Lock, welche Spritze zu welcher Anwendung passt und was Normen und Hygiene vorgeben.
Die wichtigsten Kategorien
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Spritzenarten und Einsatz
- Standard-Einmalspritzen: sterile Spritzen aus Polypropylen in 1, 2, 3, 5, 10, 20, 30, 50 und 60 ml, zweiteilig ohne oder dreiteilig mit Gummikolbendichtung, mit Luer- oder Luer-Lock-Ansatz, zentrisch oder exzentrisch.
- Insulinspritzen: Feindosierspritzen mit Skala in internationalen Einheiten und fest montierter oder aufsetzbarer Kanüle.
- Tuberkulinspritzen: 1-ml-Spritzen mit feiner Teilung für intrakutane Tests, Allergiediagnostik und kleinste Dosen.
- Metallspritzen: sterilisierbare Mehrwegspritzen aus Edelstahl für Spülungen und die Tiermedizin.
- Druckinjektoren: Injektionshilfen für Kontrastmittel und definierte Injektionsdrücke.
Kanülen, Infusionsbestecke und Blutentnahmesysteme finden Sie in den Nachbarkategorien des Bereichs Infusion und Injektion.
Zweiteilig oder dreiteilig, Luer oder Luer-Lock
Zweiteilige Spritzen bestehen aus Zylinder und Kolben, die Dichtung entsteht durch die Passung des Kunststoffs; sie sind günstig, laufen etwas schwerer und eignen sich für einfache Injektionen, Spülungen und das Aufziehen. Dreiteilige Spritzen haben eine Gummidichtung am Kolben, gleiten leicht und gleichmäßig und sind für Feindosierung, Infusionspumpen und viskose Lösungen vorgesehen. Beide sind nach DIN EN ISO 7886-1 für sterile Einmalspritzen genormt.
Der Luer-Konus verbindet Spritze und Kanüle durch Reibung, der Luer-Lock zusätzlich durch ein Gewinde. Die Abmessungen des Luer-Anschlusses für intravaskuläre und hypodermale Anwendungen legt DIN EN ISO 80369-7 fest; die Normenreihe verhindert, dass Spritzen mit Anschlüssen für Ernährungssonden, Atemgas oder Neuraxial-Anwendungen fälschlich verbunden werden. Luer-Lock ist überall Pflicht, wo Druck aufgebaut wird oder die Verbindung sich nicht lösen darf. Exzentrische Ansätze erleichtern das flache Anstechen bei Blutentnahme und Venenpunktion.
Insulin- und Feindosierspritzen
Insulinspritzen tragen eine Skala in Einheiten für Insulin U-100 oder U-40; die Verwechslung der Konzentration führt zu Fehldosierungen, deshalb wird die Spritze zur Insulinkonzentration gewählt und die Skala vor jeder Injektion geprüft. Spritzen mit fest montierter, dünner Kanüle und kurzer Länge sind für die subkutane Injektion gedacht, Pen-Nadeln haben sie in der Praxis weitgehend abgelöst. Tuberkulinspritzen mit 0,01-ml-Teilung dienen intrakutanen Tests und Allergiediagnostik; für Impfungen sind 1- und 2-ml-Spritzen mit Luer-Lock üblich.
Totraumarme Spritzen mit Kolben, der bis in den Konus reicht, verringern den Restwert und sparen bei teuren Impfstoffen und Medikamenten Dosen.
Hygiene und Sicherheit
Spritzen sind sterile Einmalprodukte: einmal aufziehen, einmal injizieren, dann entsorgen. Die KRINKO-Empfehlung zur Hygiene bei Punktionen und Injektionen schließt die Mehrfachnutzung einer Spritze auch mit neuer Kanüle aus, weil Rückfluss die Spritze kontaminiert. Medikamente werden unmittelbar vor der Gabe aufgezogen; das Robert Koch-Institut lässt eine kurze Aufbewahrung aufgezogener Spritzen nur unter aseptischen Bedingungen und mit Kennzeichnung zu, Mehrdosenbehältnisse werden mit neuer Kanüle und Spritze angestochen.
Nach der Injektion wird die Kanüle nicht abgezogen und nicht zurückgesteckt; die Einheit aus Spritze und Kanüle kommt in den Abwurfbehälter, wie es die TRBA 250 vorgibt. Sicherheitsspritzen mit einziehbarer Kanüle oder Schutzhülse gehören zu den sicheren Instrumenten, die die Regel für Tätigkeiten mit Verletzungsgefahr verlangt.
Spülungen, Ernährung, Sonderanwendungen
Große Spritzen mit 50 oder 60 ml und Katheteransatz dienen Blasenspülungen, Wundspülungen und dem Anspülen von Sonden; sie tragen einen dicken Konus, der nicht auf Luer-Kanülen passt. Für die enterale Ernährung sind Spritzen mit ENFit-Anschluss vorgesehen, die sich nicht mit Luer-Systemen verbinden lassen und Fehlanschlüsse an Venenzugänge ausschließen. Metallspritzen aus Edelstahl sind autoklavierbar und werden nach der KRINKO-Empfehlung zur Aufbereitung von Medizinprodukten aufbereitet; sie sind in Praxis und Tiermedizin für Spülungen und Ohrspülungen in Gebrauch.
Bevorratung und Bestellung
Ein Praxissortiment umfasst 2, 5, 10 und 20 ml als dreiteilige Luer-Lock-Spritzen, 1-ml-Spritzen für Impfungen und Feindosierung, Insulinspritzen passend zur Konzentration und 50-ml-Spülspritzen. Spritzen werden in Kartons zu 100 Stück geliefert und sind bei Rahmenmengen günstiger; das Verfallsdatum steriler Spritzen liegt bei fünf Jahren. Für Praxen, Pflegedienste, Labore und Kliniken liefern wir auf Rechnung; Normen und Anschlussarten stehen am Artikel.

Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Zweiteilige oder dreiteilige Spritze?
Dreiteilig mit Gummidichtung für Feindosierung, Infusionspumpen und viskose Lösungen, weil der Kolben gleichmäßig gleitet. Zweiteilig für einfache Injektionen, Spülungen und das Aufziehen.
Wann Luer-Lock?
Immer, wenn Druck aufgebaut wird oder die Verbindung sich nicht lösen darf: Infusionsleitungen, Dreiwegehähne, Spülungen, Kontrastmittel, Zytostatika, Impfungen mit dicker Kanüle.
Darf eine Spritze mit neuer Kanüle für den nächsten Patienten verwendet werden?
Nein. Rückfluss kontaminiert die Spritze. Spritze und Kanüle sind Einmalprodukte je Patient und Injektion.
U-40 oder U-100 bei Insulinspritzen?
Die Spritze muss zur Konzentration des Insulins passen; U-100 ist in Deutschland Standard, U-40 kommt in der Tiermedizin und bei älteren Präparaten vor. Verwechslung führt zu Fehldosierungen.
Was ist eine Spritze mit Katheteransatz?
Eine große Spritze mit dickem Konus für Blasenkatheter, Sonden und Spülungen. Sie passt nicht auf Luer-Kanülen und schützt so vor versehentlicher Injektion.
Warum ENFit bei Ernährungsspritzen?
ENFit-Anschlüsse nach der Normenreihe ISO 80369 lassen sich nicht mit Luer-Systemen verbinden. So kann Sondennahrung nicht versehentlich in einen Venenzugang gelangen.
Quellen
- DIN EN ISO 7886-1:2020-11 Sterile Einmalspritzen für medizinische Zwecke, Teil 1 (DIN Media)
- DIN EN ISO 80369-7:2021-08 Verbindungsstücke mit kleinem Durchmesser, Teil 7: Intravaskuläre oder hypodermale Anwendungen (DIN Media)
- KRINKO: Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen (RKI, 2011)
- RKI: Aufbewahrung aufgezogener Medikamente und Nutzung von Mehrdosenbehältnissen
- BAuA: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege
- KRINKO und BfArM: Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten (RKI, 2012)









