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Kanülen

Kanülen für Injektion, Punktion und Infusion: Einmalkanülen, Sicherheitskanülen, Venenverweilkanülen, Spinal- und Entnahmekanülen, Knopfkanülen, Pen-Nadeln und Portnadeln. Wie Gauge, Farbcode und Länge zusammenhängen, welche Kanüle für welche Injektion passt und was die TRBA 250 zu Sicherheitskanülen vorgibt.

Die wichtigsten Kategorien

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Kanülenarten und ihr Einsatz

Spritzen, Infusionsbestecke und Blutentnahmesysteme finden Sie in den Nachbarkategorien des Bereichs Infusion und Injektion.

Einmalkanülen ansehen

Sicherheitskanülen nach TRBA 250

Die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe 250 verpflichtet Arbeitgeber im Gesundheitswesen, bei Tätigkeiten mit Verletzungs- und Infektionsgefahr sichere Instrumente einzusetzen, sofern sie verfügbar und geeignet sind. Ein Sicherheitsmechanismus muss einhändig auslösbar sein, unmittelbar nach Gebrauch wirken, dauerhaft bleiben und die Anwendung nicht beeinträchtigen. Aktive Systeme werden vom Anwender ausgelöst, etwa durch Klappen einer Schutzhülse, passive Systeme lösen beim Zurückziehen der Kanüle selbst aus.

Für Blutentnahme, Venenverweilkanülen und Lanzetten sind Sicherheitsprodukte der Regelfall, für Injektionen werden sie in der Gefährdungsbeurteilung erwartet. Wer konventionelle Kanülen weiter nutzt, muss das dort begründen. Unabhängig vom System gilt: kein Zurückstecken der Schutzkappe, Entsorgung direkt in den Abwurfbehälter am Arbeitsplatz.

Venenverweilkanülen ansehen

Hygiene beim Aufziehen und Injizieren

Die KRINKO-Empfehlung zur Hygiene bei Punktionen und Injektionen gibt den Ablauf vor: Händedesinfektion, Aufziehen mit steriler Aufziehkanüle unmittelbar vor der Anwendung, Hautantiseptik mit Einwirkzeit, für jede Injektion eine neue sterile Kanüle und Spritze. Entnahmekanülen mit Partikelfilter halten Glas- und Gummipartikel aus Ampullen und Durchstechflaschen zurück. Mehrdosenbehältnisse werden nur mit neuer Kanüle angestochen und mit Anbruchdatum versehen.

Kanülen sind sterile Einmalprodukte mit Verfallsdatum, das bei trockener, staubgeschützter Lagerung meist fünf Jahre beträgt. Beschädigte Einzelverpackungen werden verworfen.

Spinalkanülen ansehen

Häufige Fragen aus Praxis und Klinik

Welche Kanüle für die intramuskuläre Injektion?

21 bis 23 G mit 25 bis 40 mm Länge, je nach Muskel und Fettgewebe. Für den Gluteus bei kräftigen Patienten 40 mm, für den Deltoideus meist 25 mm.

Welche Kanüle für die subkutane Injektion?

25 bis 27 G mit 12 bis 16 mm Länge, bei sehr schlanken Patienten kürzer. Für Insulin werden Pen-Nadeln von 4 bis 8 mm verwendet.

Was bedeuten die Farben am Kanülenansatz?

Sie codieren den Außendurchmesser nach ISO 6009: rosa 18 G, gelb 20 G, grün 21 G, schwarz 22 G, blau 23 G, orange 25 G, grau 27 G. Die Länge steht zusätzlich auf der Packung.

Sind Sicherheitskanülen Pflicht?

Nach TRBA 250 überall dort, wo Stichverletzungen mit Infektionsgefahr drohen und geeignete Produkte verfügbar sind. Für Blutentnahme und Verweilkanülen ist das der Standard, für Injektionen ist der Verzicht in der Gefährdungsbeurteilung zu begründen.

Wozu dienen Kanülen mit Filter?

Entnahmekanülen mit Partikelfilter halten Glassplitter und Gummipartikel beim Aufziehen aus Ampullen und Durchstechflaschen zurück. Sie werden nach dem Aufziehen gegen die Injektionskanüle getauscht.

Wie lange darf eine Venenverweilkanüle liegen?

Solange sie klinisch nötig und die Einstichstelle unauffällig ist. Die KRINKO empfiehlt kein festes Wechselintervall, sondern die tägliche Kontrolle und den Wechsel bei Zeichen einer Entzündung oder Fehlfunktion.

Quellen

  1. BAuA: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege
  2. KRINKO: Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen (RKI, 2011)
  3. RKI: Aufbewahrung aufgezogener Medikamente und Nutzung von Mehrdosenbehältnissen
  4. DIN EN ISO 7864:2016-12 Sterile Einmalkanülen (DIN Media)
  5. RKI: Aktuelle KRINKO-Empfehlungen auf einen Blick (darunter Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen)