Infusion und Transfusion
Infusions- und Transfusionsbedarf für Praxis, Klinik und Pflege: Infusionsbestecke und Infusionsgeräte, Transfusionsbestecke, Verlängerungsleitungen, Dreiwegehähne, Flügelkanülen, Druckinfusionsmanschetten, Infusionsständer und Kanülenabwurfbehälter. Welches Besteck für welche Infusion passt, was die Normen vorgeben und wie Sie Leitungen hygienisch handhaben.
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Von der Flasche zum Patienten: die Komponenten
Eine Infusion braucht mehr als den Beutel. Zwischen Behälter und Venenzugang liegen mehrere Teile, die zueinander passen müssen.
- Infusionsgeräte und Infusionsbestecke: Einstechdorn, Tropfkammer, Rollenklemme, Schlauch und Anschluss, für Schwerkraft- oder Pumpeninfusion.
- Transfusionsbesteck mit Blutfilter für Erythrozyten- und Plasmapräparate.
- Verlängerungsleitungen, Dreiwegehähne, Verschlussstopfen und Rückschlagventile zum Aufbau und Verschließen des Systems.
- Flügelkanülen und Venenpunktionsbestecke für kurze Infusionen und Blutentnahmen, Sicherheitsinfusionssysteme mit Schutz vor Nadelstichverletzungen.
- Druckinfusionsmanschetten für die schnelle Volumengabe, Infusionsständer als Halterung, Ampullenbehältnisse für den Transport.
- Kanülenabwurfbehälter für die sichere Entsorgung nach TRBA 250.
Venenverweilkanülen finden Sie in der Kategorie Kanülen, Spritzen und Blutentnahmesysteme in den Nachbarkategorien des Bereichs Infusion und Injektion.
Infusionsbesteck auswählen: Tropfkammer, Belüftung, Druck
Standardbestecke für die Schwerkraftinfusion liefern 20 Tropfen je Milliliter, Mikrotropfer für die Pädiatrie 60 Tropfen. Die Tropfkammer hat einen Partikelfilter von 15 µm und bei belüfteten Bestecken ein Belüftungsventil mit Bakterienfilter für Glasflaschen; Beutel brauchen keine Belüftung. Bestecke mit Zuspritzstelle erlauben die Gabe von Medikamenten in die Leitung, Rückschlagventile verhindern den Rückfluss bei Parallelinfusionen.
Druckinfusionsgeräte nach DIN EN ISO 8536-8 halten einem Überdruck bis 200 kPa stand und werden mit Druckinfusionsmanschetten oder Infusionspumpen eingesetzt. Pumpenleitungen sind auf das jeweilige Pumpensystem abgestimmt und nicht untereinander austauschbar. DEHP-freie Leitungen sind Standard, besonders für Kinder, Schwangere und Dauertherapien. Luer-Lock-Anschlüsse sind bei Infusionsleitungen die Regel, weil sich die Verbindung unter Druck nicht lösen darf.
Transfusion: Filter, Identitätssicherung, Richtlinie
Blutprodukte werden nur über Transfusionsbestecke mit einem Filter von 170 bis 230 µm gegeben, der Mikroaggregate zurückhält. Infusionsbestecke sind dafür nicht zugelassen. Die Richtlinie Hämotherapie der Bundesärztekammer regelt die Anwendung von Blutprodukten von der Anforderung über den Bedside-Test zur Identitätssicherung bis zur Dokumentation und Überwachung des Patienten während der Transfusion. Ein Transfusionsbesteck wird für ein Präparat verwendet und spätestens nach sechs Stunden gewechselt.
Einrichtungen, die Blutprodukte anwenden, benennen einen Transfusionsverantwortlichen und einen Transfusionsbeauftragten und dokumentieren jede Transfusion chargenbezogen. Das Material dafür, Bestecke, Bedside-Testkarten und Dokumentationshilfen, wird getrennt vom Infusionsbedarf bevorratet.
Hygiene an Leitungen und Zugängen
Jede Verbindung im Infusionssystem ist eine mögliche Eintrittspforte. Die KRINKO-Empfehlung zur Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen, gibt vor: Händedesinfektion vor jeder Manipulation, Desinfektion von Zuspritzstellen und Konnektoren vor dem Anschluss, so wenige Diskonnektionen wie möglich, geschlossene Systeme bevorzugen. Infusionssysteme werden nach den Angaben der Empfehlung gewechselt, bei Lipidlösungen und Blutprodukten in kürzeren Intervallen; ein festes Wechselintervall unter 72 Stunden für kristalloide Lösungen ist nicht erforderlich.
Dreiwegehähne werden mit sterilen Verschlusskonen verschlossen, offene Enden nie unverschlossen liegen gelassen. Nach Diskonnektion wird ein neuer steriler Stopfen verwendet. Infusionsständer und Halterungen werden desinfizierbar gewählt und regelmäßig gereinigt.
Nadelstichverletzungen vermeiden
Flügelkanülen, Venenpunktionsbestecke und Portnadeln sind klassische Auslöser von Nadelstichverletzungen beim Entfernen. Die TRBA 250 verlangt deshalb Systeme mit Sicherheitsmechanismus, der die Nadel beim Herausziehen abdeckt, und stich- und bruchfeste Abwurfbehälter in Reichweite jedes Arbeitsplatzes. Kanülenabwurfbehälter gibt es von 0,2 Litern für den Hausbesuch bis 10 Litern für die Station; sie werden bis zur Füllmarke befüllt, endgültig verschlossen und über den Entsorger abgegeben.
Sortiment und Bestellung
Für Praxen mit Infusionstherapie reichen ein Standardbesteck, Verlängerungsleitungen, Dreiwegehähne, Verschlussstopfen, ein Infusionsständer und Abwurfbehälter; Kliniken und Pflegedienste ergänzen Pumpenleitungen, Transfusionsbestecke und Druckinfusionsmanschetten. Bestecke werden in Kartons zu 50 oder 100 Stück geliefert. Bei Systemwechsel oder Umstellung auf Sicherheitsprodukte stellen wir Muster und Angebot zusammen, Lieferung auf Rechnung.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Welches Infusionsbesteck für die Praxis?
Ein Standardbesteck für die Schwerkraftinfusion mit 20 Tropfen je Milliliter, Belüftung mit Bakterienfilter, Zuspritzstelle und Luer-Lock-Anschluss, DEHP-frei. Pumpenleitungen nur passend zur vorhandenen Infusionspumpe.
Kann ein Infusionsbesteck für Blut verwendet werden?
Nein. Blutprodukte brauchen ein Transfusionsbesteck mit Filter von 170 bis 230 µm. Infusionsbestecke haben nur einen Partikelfilter in der Tropfkammer und sind für Transfusionen nicht zugelassen.
Wie oft wird ein Infusionssystem gewechselt?
Nach der KRINKO-Empfehlung bei kristalloiden Lösungen nicht häufiger als alle 72 Stunden, bei Lipidlösungen innerhalb von 24 Stunden, bei Blutprodukten nach jedem Präparat, spätestens nach sechs Stunden.
Was bedeutet DEHP-frei?
Die Leitung enthält keinen Weichmacher Diethylhexylphthalat, der aus PVC in die Infusionslösung übergehen kann. DEHP-freie Systeme sind Standard und besonders für Kinder, Schwangere und Langzeittherapien vorgesehen.
Wann Luer-Lock an Infusionsleitungen?
Immer. Verbindungen im Infusionssystem stehen unter Druck und dürfen sich nicht lösen; Luer-Lock verschraubt Leitung, Hahn und Zugang sicher miteinander.
Welche Größe beim Kanülenabwurfbehälter?
Für Hausbesuch und Tasche 0,2 bis 0,7 Liter, für Behandlungsräume 1 bis 3 Liter, für Stationen und Labore 5 bis 10 Liter. Entscheidend sind ein fester Stand, eine Einwurföffnung ohne Rückgriff und der endgültige Verschluss.
Quellen
- KRINKO: Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen (RKI, Bundesgesundheitsblatt 2/2017)
- Bundesärztekammer: Richtlinie Hämotherapie, Gesamtnovelle 2017 mit Anpassungen 2023 (PDF)
- BAuA: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege
- DIN EN ISO 8536-8:2015-11 Infusionsgeräte zur medizinischen Verwendung, Teil 8: Infusionsgeräte für Druckinfusionsapparate (DIN Media)
- KRINKO: Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen (RKI, 2011)

















