Schutzkleidung
Medizinische Schutzkleidung für Praxis, Klinik und Pflege: Mundschutz und FFP2-Masken, Schutzkittel und Schürzen, Kasacks, OP-Hauben, Schutzoveralls, Gesichtsschutz, Gehörschutz und Schuhe. Welche Schutzausrüstung die TRBA 250 bei welcher Tätigkeit verlangt, welche Normen gelten und wie An- und Ablegen sicher gelingen.
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Schutzkleidung nach Gefährdung wählen
Die Biostoffverordnung und die TRBA 250 verpflichten den Arbeitgeber, aus der Gefährdungsbeurteilung abzuleiten, welche persönliche Schutzausrüstung bei welcher Tätigkeit getragen wird, und sie kostenfrei zu stellen. Grundlage ist die Frage, womit die Beschäftigten in Kontakt kommen: Blut, Sekrete, Ausscheidungen, Aerosole, Chemikalien.
- Mundschutz als medizinische Gesichtsmaske schützt das Gegenüber vor Tröpfchen, FFP2-Masken schützen den Träger vor Aerosolen.
- Schutzkittel und Schürzen halten Flüssigkeiten von Arbeitskleidung und Haut fern, Schutzoveralls decken den ganzen Körper ab.
- Gesichtsschutz mit Visier oder Schutzbrille schützt Augen und Gesicht vor Spritzern, Gehörschutz bei lauten Geräten.
- Kasacks, Arztkittel und Patientenumhänge sind Berufs- und Bereichskleidung, OP-Hauben und Schuhe ergänzen die Ausstattung.
Handschuhe stehen in der eigenen Kategorie Handschuhe, sterile OP-Kleidung unter OP-Bekleidung.
Masken: Typ II, IIR, FFP2 und FFP3
Medizinische Gesichtsmasken nach DIN EN 14683 sind Medizinprodukte und werden in Typ I, II und IIR eingeteilt. Typ II filtert mindestens 98 Prozent der Bakterien in der Prüfung, Typ IIR ist zusätzlich gegen Spritzer geprüft und die Wahl bei Behandlungen mit Spritzgefahr. Sie schützen vor allem Patienten und Umgebung vor Tröpfchen des Trägers.
Partikelfiltrierende Halbmasken nach DIN EN 149 sind persönliche Schutzausrüstung und schützen den Träger: FFP2 hält mindestens 94 Prozent, FFP3 mindestens 99 Prozent der Prüfaerosole zurück. Sie sind bei aerosolerzeugenden Tätigkeiten und bei Patienten mit aerogen übertragbaren Infektionen vorgesehen und wirken nur bei dichtem Sitz; Bartträger erreichen den Dichtsitz nicht. Masken mit Ausatemventil erleichtern das Atmen, schützen aber die Umgebung nicht und sind im Patientenkontakt ungeeignet. Die Tragedauer richtet sich nach der Belastung; die DGUV empfiehlt bei FFP2 ohne Ventil Tragezeiten von 75 Minuten mit anschließender Erholungszeit.
Schutzkittel, Schürzen und Overalls
Schutzkittel werden über der Arbeitskleidung getragen, wenn Kontakt mit Blut, Sekreten oder Ausscheidungen möglich ist. Einmalkittel aus Polypropylen-Vlies sind leicht und atmungsaktiv, laminierte oder beschichtete Kittel flüssigkeitsdicht. Schutzkittel gegen Infektionserreger nach DIN EN 14126 sind als persönliche Schutzausrüstung geprüft und tragen die Kennzeichnung mit dem Biohazard-Symbol; sie sind bei hohem Infektionsrisiko und in Isolierbereichen vorgesehen. Einmalschürzen aus Polyethylen decken Vorderseite und Beine bei Pflege und Reinigung ab.
Schutzoveralls mit Kapuze schützen Körper und Kleidung vollständig, etwa bei Isolierpflege, Dekontamination und Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr nach DGUV Regel 101-017. Sie werden in Typen nach Dichtheit eingeteilt; für die Pflege sind Typ 5 und 6 gegen Partikel und begrenzte Spritzer üblich, Typ 4 gegen Sprühnebel bei höherem Risiko.
Gesichtsschutz, Hauben, Schuhe und Gehörschutz
Schutzbrillen und Visiere schützen die Schleimhäute der Augen vor Spritzern bei Wundversorgung, Absaugung, Eingriffen und der Instrumentenaufbereitung. Visiere lassen sich über der Korrekturbrille tragen und desinfizieren, Schutzbrillen mit Seitenschutz sitzen enger. Hauben halten Haare zurück und schützen sie vor Kontamination, im OP und bei aseptischen Tätigkeiten sind sie Pflicht.
Schuhe für Praxis und Klinik sind geschlossen, rutschhemmend, desinfizierbar und mit festem Fersenhalt; Clogs ohne Fersenriemen erfüllen die Anforderungen des Arbeitsschutzes nicht überall. Gehörschutz kommt bei lauten Geräten wie Ultraschallreinigern, Kompressoren und in der Instrumentenaufbereitung zum Einsatz.
An- und Ablegen: die Reihenfolge entscheidet
Die Schutzwirkung hängt vom korrekten An- und Ablegen ab. Angelegt wird von innen nach außen: Händedesinfektion, Kittel, Maske, Schutzbrille, Haube, zuletzt Handschuhe über die Bündchen. Abgelegt wird so, dass die kontaminierte Außenseite nicht berührt wird: erst Handschuhe, Händedesinfektion, dann Kittel von innen nach außen abstreifen, Schutzbrille, Maske über die Bänder ohne Kontakt zur Vorderseite, abschließend erneut Händedesinfektion. Einmalartikel werden sofort entsorgt, Mehrwegartikel desinfiziert.
Berufskleidung wie Kasacks und Kittel wird von der Einrichtung gestellt und aufbereitet, wenn sie bei Tätigkeiten mit Infektionsgefahr getragen wird; das Waschen zu Hause ist nach TRBA 250 nicht vorgesehen.
Bevorratung und Kosten
Masken, Kittel und Schürzen sind Verbrauchsmaterial mit Haltbarkeitsdatum. Ein Mindestbestand für mehrere Wochen und Rahmenmengen in Kartons sichern die Versorgung und senken die Kosten. Wir liefern medizinische Schutzkleidung mit Normangabe für Praxen, Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Betriebe auf Rechnung; Datenblätter, Konformitätserklärungen und Größentabellen stehen am Artikel.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Welche Schutzkleidung muss der Arbeitgeber stellen?
Alles, was die Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung und TRBA 250 als notwendig ausweist: Handschuhe, Schutzkittel oder Schürzen, Masken, Augenschutz und bei Bedarf Overalls, kostenfrei und in ausreichender Zahl.
Typ IIR oder FFP2?
Typ IIR schützt Patienten und Umgebung vor Tröpfchen des Trägers und ist spritzwasserdicht. FFP2 schützt den Träger selbst vor Aerosolen und ist bei aerosolerzeugenden Tätigkeiten und Infektionspatienten vorgesehen.
Wie lange darf eine FFP2-Maske getragen werden?
Die DGUV empfiehlt für FFP2 ohne Ausatemventil 75 Minuten Tragezeit mit anschließender Erholungspause von 30 Minuten. Bei Durchfeuchtung oder Beschädigung wird die Maske sofort gewechselt.
Was bedeutet DIN EN 14126 bei Schutzkitteln?
Die Norm prüft Schutzkleidung gegen Infektionserreger: Widerstand gegen kontaminierte Flüssigkeiten, Aerosole und Partikel. Solche Kittel sind persönliche Schutzausrüstung für hohes Infektionsrisiko und Isolierbereiche.
Darf Berufskleidung zu Hause gewaschen werden?
Kleidung, die bei Tätigkeiten mit Infektionsgefahr getragen wird, stellt und wäscht der Arbeitgeber mit desinfizierenden Verfahren. Das private Waschen ist nach TRBA 250 nicht vorgesehen.
In welcher Reihenfolge wird Schutzkleidung abgelegt?
Handschuhe, Händedesinfektion, Kittel von innen nach außen, Schutzbrille, Maske über die Bänder, danach erneut Händedesinfektion. Die kontaminierte Außenseite wird nie berührt.
Quellen
- BAuA: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege
- Biostoffverordnung (BioStoffV) § 9 Allgemeine Schutzmaßnahmen
- DIN EN 14683:2025-03 Medizinische Gesichtsmasken (DIN Media)
- DIN EN 149:2009-08 Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikeln (DIN Media)
- DIN EN 14126:2004-01 Schutzkleidung gegen Infektionserreger (DIN Media)
- DGUV Regel 101-017 Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen
- Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen, EUR-Lex















