Reinigung und Pflege
Reinigung und Pflege für Praxis, Klinik und Pflegeeinrichtung: Reinigungsmittel für Flächen und Instrumente, Körperpflegemittel für Patienten und Bewohner sowie Schermaschinen für die präoperative Haarentfernung. Was die KRINKO zur Flächenreinigung vorgibt, wie Reinigung und Desinfektion zusammenspielen und welche Mittel wohin gehören.
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Reinigen, desinfizieren, pflegen: drei Aufgaben
Reinigung entfernt Schmutz und einen Großteil der Keime, Desinfektion tötet Erreger gezielt ab, Pflege erhält Haut und Oberflächen. In der Praxis greifen die drei ineinander: Sichtbar verschmutzte Flächen werden erst gereinigt, dann desinfiziert; Hände werden gewaschen, wenn sie verschmutzt sind, sonst desinfiziert und gepflegt.
- Reinigungsmittel: Allzweck- und Sanitärreiniger, Bodenreiniger, Reinigungskonzentrate für die Instrumentenvorreinigung und Ultraschallbäder, Kalklöser für Geräte.
- Körperpflegemittel: Waschlotionen, Waschschaum ohne Wasser, Hautschutz- und Pflegecremes, Inkontinenzpflege und Haarpflege für Patienten und Bewohner.
- Schermaschinen: elektrische Clipper mit Einmalklingen für die präoperative Haarentfernung.
Desinfektionsmittel, Spender und Dosierpumpen stehen im Bereich Hygiene, Ultraschallreiniger und Instrumentenwannen ebenfalls dort.
Flächenreinigung nach KRINKO
Die KRINKO-Empfehlung zur Reinigung und Desinfektion von Flächen teilt die Einrichtung in Bereiche mit unterschiedlichem Infektionsrisiko und ordnet ihnen Maßnahmen zu. In Wartezimmer, Flur und Verwaltung reicht die regelmäßige Reinigung; in Behandlungs- und Funktionsräumen werden patientennahe Flächen und Arbeitsflächen für aseptische Tätigkeiten desinfizierend gereinigt, Fußböden je nach Kontamination gereinigt oder wischdesinfiziert; Aufbereitungsräume, Eingriffsräume und Sanitärbereiche haben erhöhte Anforderungen. Kontaminationen mit Blut, Sekreten und Ausscheidungen werden sofort mit Desinfektionsmittel entfernt.
Das Reinigungs- und Desinfektionsplan hängt aus und benennt Was, Womit, Wann und Wer. Reinigungstextilien werden je Bereich gewechselt, farblich codiert und maschinell aufbereitet, Wischwasser nicht von Raum zu Raum getragen. Für Reinigungskräfte, die in medizinischen Bereichen arbeiten, gelten die DGUV Regel 101-017 zu Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr und die Unterweisungspflichten der TRBA 250.
Mittel richtig wählen und dosieren
Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel sind nicht beliebig kombinierbar: Manche Reiniger inaktivieren Desinfektionswirkstoffe, saure Reiniger und chlorhaltige Mittel dürfen nie gemischt werden. Kombinierte Reinigungs-Desinfektionsmittel aus der Desinfektionsmittel-Liste des Verbunds für Angewandte Hygiene decken die meisten Flächen ab; Konzentrate werden mit Dosierpumpe oder Dosiergerät angesetzt, die Standzeit der Gebrauchslösung wird notiert. Die DGUV Information 207-206 beschreibt den Schutz der Beschäftigten beim Umgang mit Desinfektionsmitteln: Handschuhe, Lüftung, keine Sprühdesinfektion auf großen Flächen.
Für Geräte und Oberflächen gelten die Materialangaben der Hersteller: Alkohol lässt manche Kunststoffe und Displays trüben, chlorhaltige Mittel greifen Edelstahl an. Instrumente werden mit den vom Hersteller freigegebenen Reinigern vorgereinigt, nie mit Haushaltsreinigern.
Körperpflege in Pflege und Klinik
Die Haut älterer und kranker Menschen ist trocken und empfindlich. Waschlotionen mit hautneutralem pH-Wert, rückfettende Zusätze und sparsame Anwendung erhalten die Hautbarriere; Waschschaum und Reinigungstücher ohne Wasser erleichtern die Pflege bei Inkontinenz und im Bett. Hautschutzcremes mit Barrierewirkung beugen Feuchtigkeitsschäden vor, Pflegecremes nach dem Waschen ersetzen Fett und Feuchtigkeit. Produkte für die Einrichtung kommen in Spendern und Großgebinden, für die persönliche Pflege in Einzelgebinden je Bewohner.
Auch für das Personal zählt Hautpflege: Häufiges Händewaschen strapaziert die Haut mehr als Desinfektion; Hautschutzpläne nach TRGS 401 legen fest, welche Schutz- und Pflegeprodukte vor, während und nach der Arbeit verwendet werden.
Präoperative Haarentfernung mit Schermaschinen
Die KRINKO-Empfehlung zur Prävention postoperativer Wundinfektionen sieht vor, Haare im Operationsgebiet nur zu entfernen, wenn sie den Eingriff behindern, und dann mit einer Schermaschine, nicht mit dem Rasierer. Rasieren verletzt die Haut und erhöht das Infektionsrisiko. Clipper mit Einmalklingen oder aufbereitbaren Scherköpfen werden möglichst kurz vor dem Eingriff außerhalb des OP-Saals eingesetzt; Akkugeräte mit Ladestation halten das Gerät einsatzbereit.
Bevorratung und Bestellung
Reinigungs- und Pflegemittel werden in Konzentraten und Großgebinden günstiger, gebrauchsfertige Tücher und Sprühflaschen sparen Zeit an häufig genutzten Plätzen. Ein Standardsortiment je Bereich mit Dosierhilfen und Sicherheitsdatenblättern hält den Reinigungsplan einfach. Für Praxen, Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Reinigungsdienste liefern wir auf Rechnung; Materialverträglichkeit, Dosierung und Listungen stehen am Artikel.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Welche Flächen in der Praxis müssen desinfiziert werden?
Patientennahe Flächen mit Haut- oder Handkontakt, Arbeitsflächen für aseptische Tätigkeiten und alle Flächen mit sichtbarer Kontamination. Wartezimmer und Verwaltung werden gereinigt, der Hygieneplan legt die Intervalle fest.
Dürfen Reiniger und Desinfektionsmittel gemischt werden?
Nein. Manche Reiniger inaktivieren Desinfektionswirkstoffe, saure und chlorhaltige Mittel bilden zusammen giftige Gase. Kombinierte Reinigungs-Desinfektionsmittel oder getrennte Anwendung nach Herstellerangabe.
Ist Sprühdesinfektion zulässig?
Nur für kleine, schwer erreichbare Stellen. Flächen werden nach KRINKO und DGUV wischdesinfiziert, weil Sprühen die Fläche unvollständig benetzt und Aerosole freisetzt.
Warum Schermaschine statt Rasierer vor Operationen?
Rasieren verursacht Mikroverletzungen, die das Risiko postoperativer Wundinfektionen erhöhen. Die KRINKO empfiehlt, Haare nur bei Bedarf und dann mit Clipper zu entfernen.
Welche Waschlotion für Pflegebedürftige?
pH-hautneutral, rückfettend, parfümarm, sparsam dosiert. Bei Inkontinenz Waschschaum oder Reinigungstücher ohne Wasser und anschließend Hautschutz mit Barrierewirkung.
Wie lange ist eine angesetzte Reinigungslösung haltbar?
So lange, wie der Hersteller die Standzeit angibt, oft ein Arbeitstag. Ansatzdatum und Uhrzeit werden auf dem Behälter vermerkt, verschmutzte Lösungen werden sofort erneuert.
Quellen
- KRINKO: Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen (RKI, 2022)
- KRINKO: Prävention postoperativer Wundinfektionen (RKI, 2018)
- VAH: Desinfektionsmittel-Liste des Verbunds für Angewandte Hygiene
- DGUV Information 207-206 Tätigkeiten mit Desinfektionsmitteln im Gesundheitsdienst
- DGUV Regel 101-017 Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen
- BAuA: TRGS 401 Gefährdung durch Hautkontakt
- BAuA: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege










