Papierprodukte
Papierprodukte für Praxis, Klinik und Pflege: Ärztekrepp und Liegenpapier, Zellstoff, Toilettenpapier, Küchenrollen, Trayeinlagen und Kosmetiktücher. Welche Liegenabdeckung wofür passt, was Hygiene an Liegen und Handwaschplätzen verlangt und wie Sie Verbrauch und Kosten steuern.
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Papier im Praxisalltag
- Ärztekrepp und Liegenpapier: Rollen in Breiten von 39 bis 60 cm, ein- oder zweilagig, aus Krepp oder Tissue, als Abdeckung für Untersuchungsliegen, Behandlungsstühle und Wickeltische.
- Zellstoff: hochgebleichte Zellstofflagen und Zellstofftupfer zum Abtupfen, Polstern und Reinigen ohne Wundkontakt.
- Toilettenpapier und Küchenrollen für Sanitär- und Sozialräume.
- Trayeinlagen für Instrumententabletts und Kosmetiktücher für Patienten und Behandlungsraum.
Papierhandtücher, Spender und Desinfektionsmittel stehen unter Papierhandtücher und Reinigung und Pflege im Bereich Hygiene.
Liegenpapier: Krepp oder Tissue, ein- oder zweilagig
Ärztekrepp aus einlagigem, gekrepptem Papier ist reißfest, saugfähig und günstig; Tissue ist weicher, meist zweilagig und liegt angenehmer auf der Haut. Zweilagige Rollen mit Punktprägung halten Feuchtigkeit besser zurück und rutschen weniger. Die Breite richtet sich nach der Liege: 39 bis 50 cm für Standardliegen, 55 bis 60 cm für breite Liegen und Massagebänke, 30 bis 40 cm für Wickeltische und Behandlungsstühle. Rollenlängen von 50 bis 150 Metern bestimmen, wie oft gewechselt wird.
Papierrollenhalter an Kopf- oder Fußende der Liege und Abreißkanten machen den Wechsel zur Handbewegung; für Liegen ohne Halter gibt es Universalhalter zum Nachrüsten. Recyclingpapier senkt Kosten und Umweltlast, hochweißes Papier wirkt sauberer; beides ist für den Zweck geeignet.
Hygiene an Liegen und Flächen
Liegenpapier ist eine Barriere, kein Ersatz für die Flächendesinfektion. Die KRINKO-Empfehlung zur Reinigung und Desinfektion von Flächen zählt patientennahe Flächen, auf denen Hautkontakt stattfindet, zu den Bereichen, die routinemäßig desinfizierend gereinigt werden. Praktisch heißt das: Das Papier wird nach jedem Patienten gewechselt, die Liege bei sichtbarer Verunreinigung und nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten sofort, ansonsten nach Hygieneplan wischdesinfiziert. Eine kunstlederbezogene Liege mit geschlossener Oberfläche ist Voraussetzung.
Für Tätigkeiten mit Blut, Sekreten oder Ausscheidungen kommt zusätzlich eine flüssigkeitsdichte Unterlage zum Einsatz; bei inkontinenten Patienten Krankenunterlagen mit Folienrücken.
Papierhandtücher und Einmalhandtücher
Am Handwaschplatz gehören Einmalhandtücher aus dem Spender zum Standard, wie ihn die KRINKO-Empfehlung zur Händehygiene beschreibt: Stoffhandtücher und Warmluftgeräte sind in Behandlungsbereichen nicht vorgesehen. Falthandtücher in Zick-Zack- oder Interfold-Faltung, ein- oder zweilagig, aus Recycling- oder Frischfaser, werden nach Spendersystem gewählt; Rollenhandtücher mit Sensor- oder Hebelspender reduzieren den Verbrauch. Zellstoff und Küchenrollen ersetzen Handtücher nicht.
Verbrauch, Lagerung und Kosten
Papierprodukte sind der Posten mit dem gleichmäßigsten Verbrauch. Eine Praxis mit zwei Liegen und rund 60 Patientenkontakten am Tag braucht überschlägig eine Rolle Liegenpapier von 50 Metern je Liege und Woche; Papierhandtücher werden je Handwaschplatz und Frequenz kalkuliert. Papier wird trocken, staubgeschützt und mit Abstand zum Boden gelagert; angebrochene Kartons bleiben geschlossen.
Kartonpreise und Paletten senken die Stückkosten spürbar, ein einheitliches Format je Spender und Liege vermeidet Fehlgriffe. Praxen, Pflegeeinrichtungen und Kliniken bestellen auf Rechnung; Maße, Lagenzahl und Material stehen am Artikel.
Häufige Fragen aus Praxis und Klinik
Welche Breite Liegenpapier für die Untersuchungsliege?
Für Standardliegen mit 60 bis 65 cm Breite Rollen von 50 bis 60 cm, für schmale Liegen und Behandlungsstühle 39 bis 50 cm, für Wickeltische 30 bis 40 cm.
Ersetzt Liegenpapier die Desinfektion der Liege?
Nein. Das Papier ist eine Barriere und wird nach jedem Patienten gewechselt. Die Liege wird nach Hygieneplan und bei Verunreinigung wischdesinfiziert.
Krepp oder Tissue?
Krepp ist einlagig, reißfest und günstig. Tissue ist weicher, zweilagig und saugfähiger, liegt angenehmer und hält Feuchtigkeit besser zurück.
Sind Stoffhandtücher in der Praxis erlaubt?
In Behandlungs- und Funktionsbereichen nicht. Die KRINKO sieht Einmalhandtücher aus dem Spender vor, damit keine Erreger über gemeinsam genutzte Handtücher übertragen werden.
Was ist der Unterschied zwischen Zellstoff und Kompressen?
Zellstoff ist hochgebleichter Papierfaserstoff zum Abtupfen und Polstern ohne Wundkontakt. Kompressen aus Mull oder Vlies sind Medizinprodukte für die Wundversorgung und in steriler Ausführung erhältlich.
Recyclingpapier oder Frischfaser für die Praxis?
Beides erfüllt den Zweck. Recyclingpapier ist günstiger und umweltschonender, Frischfaser weißer und weicher. Für Liegenpapier und Handtücher ist die Saugfähigkeit wichtiger als die Faserherkunft.
Quellen
- KRINKO: Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen (RKI, 2022)
- KRINKO: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (RKI, 2016)
- BAuA: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege
- KBV: Hygiene in der Arztpraxis, Leitfaden und Mustervorlagen












