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OP-Bekleidung

OP-Bekleidung für Eingriffsraum und OP: sterile OP-Handschuhe, OP-Kittel, OP-Hauben, Masken und OP-Schuhe. Welche Norm für Kittel und Abdecktücher gilt, wann steril und wann sauber genügt und was die KRINKO zur Kleidung im OP-Bereich empfiehlt.

Die wichtigsten Kategorien

Bereichskleidung, sterile Kleidung und Schutz

Im OP-Bereich gibt es drei Ebenen von Kleidung. Die Bereichskleidung, also Kasack, Hose, Haube und Bereichsschuhe, wird beim Betreten der OP-Abteilung angelegt und ersetzt die Stationskleidung. Die sterile OP-Kleidung, also OP-Kittel und sterile OP-Handschuhe, tragen die Mitglieder des Operationsteams nach der chirurgischen Händedesinfektion. Dazu kommt der Schutz vor Spritzern und Aerosolen mit Maske, Schutzbrille oder Visier und flüssigkeitsdichten Kitteln.

Die KRINKO-Empfehlung zur Prävention postoperativer Wundinfektionen beschreibt die Anforderungen: Bereichskleidung wird täglich und bei Verschmutzung gewechselt, Haare werden vollständig bedeckt, die Maske bedeckt Mund und Nase und wird bei Durchfeuchtung ersetzt, Schmuck, Uhren und künstliche Fingernägel sind untersagt. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene ergänzt in ihren Hygiene-Tipps praktische Fragen, etwa welche Kleidung Patienten im OP-Saal tragen.

OP-Handschuhe ansehen

Sterile OP-Handschuhe

OP-Handschuhe sind steril, paarweise verpackt und in halben Größen von 5,5 bis 9 erhältlich, damit sie ohne Falten sitzen und das Tastempfinden erhalten bleibt. Sie erfüllen DIN EN 455 für medizinische Einmalhandschuhe und sind puderfrei; gepuderte Latexhandschuhe sind im Gesundheitswesen nicht mehr zulässig. Latex bietet die beste Passform und Elastizität, birgt aber ein Allergierisiko für Personal und Patienten; synthetische Materialien wie Polyisopren und Neopren kommen an die Eigenschaften von Latex heran und sind allergenfrei.

Bei langen Eingriffen oder hohem Perforationsrisiko wird doppelt behandschuht, oft mit farbigem Unterhandschuh, der eine Perforation sofort sichtbar macht. Handschuhe werden nach der chirurgischen Händedesinfektion mit geschlossener oder offener Technik angezogen und bei Perforation oder nach längeren Eingriffen gewechselt.

OP-Schuhe ansehen

Aufbereitung, Wechsel und Bevorratung

Bereichskleidung wird von der Einrichtung gestellt und gewerblich aufbereitet; das Waschen zu Hause ist aus hygienischen Gründen nicht vorgesehen. Einmalartikel werden nach Gebrauch entsorgt, Mehrwegtextilien mit desinfizierenden Waschverfahren gewaschen. Sterile Kittel und Handschuhe werden trocken und staubgeschützt gelagert, das Verfallsdatum gilt.

Für Praxen mit Eingriffsraum, ambulante OP-Zentren und Kliniken stellen wir OP-Sets nach Eingriffsart zusammen und liefern sterile Kittel, Handschuhe, Hauben und Masken in Kartonmengen auf Rechnung. Datenblätter mit Normangaben und Größentabellen stehen am Artikel.

Exper Plus Latex OP-Handschuhe, puderfrei, steril, Gr. 8,5 (50 Stck.)

Häufige Fragen aus Praxis und Klinik

Was ist der Unterschied zwischen OP-Kittel und Schutzkittel?

Der OP-Kittel ist steril und nach DIN EN 13795-1 als Medizinprodukt geprüft, er schützt das Operationsfeld. Der Schutzkittel ist unsteril, schützt das Personal vor Kontamination und wird bei Wundversorgung, Pflege und Untersuchung getragen.

Wann reicht Standardleistung bei OP-Kitteln?

Für kurze Eingriffe mit geringem Flüssigkeitsaufkommen, etwa in der ambulanten Chirurgie. Bei langen Operationen und viel Spülflüssigkeit oder Blut sind Kittel mit hoher Leistung und verstärkten Zonen vorgesehen.

Welche Maske im OP: Typ II oder IIR?

Beide sind zulässig, Typ IIR ist zusätzlich spritzwasserdicht und die Wahl bei Eingriffen mit Spritzgefahr. Die Maske bedeckt Mund und Nase vollständig und wird nach jedem Eingriff gewechselt.

Warum halbe Größen bei OP-Handschuhen?

Sterile OP-Handschuhe sitzen wie eine zweite Haut, damit Tastsinn und Fingerfertigkeit erhalten bleiben. Halbe Größen von 5,5 bis 9 erlauben die exakte Passform ohne Falten oder Spannung.

Darf OP-Bereichskleidung zu Hause gewaschen werden?

Nein. Bereichskleidung wird von der Einrichtung gestellt und mit validierten, desinfizierenden Verfahren gewerblich aufbereitet; sie verlässt den Bereich nicht.

Was tragen Patienten im OP-Saal?

Ein sauberes OP-Hemd und eine Haube, keine private Kleidung; Schmuck und Piercings werden abgelegt. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene hat dazu einen eigenen Hygiene-Tipp veröffentlicht.

Quellen

  1. KRINKO: Prävention postoperativer Wundinfektionen (RKI, Bundesgesundheitsblatt 4/2018)
  2. DGKH Hygiene-Tipp: Welche Kleidung soll der Patient im OP-Saal tragen?
  3. DIN EN 13795-1:2025-03 Operationskleidung und -abdecktücher, Teil 1 (DIN Media)
  4. DIN EN 455-1:2024-11 Medizinische Handschuhe zum einmaligen Gebrauch (DIN Media)
  5. DIN EN 14683:2025-03 Medizinische Gesichtsmasken (DIN Media)
  6. KRINKO: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (RKI, 2016)