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Diagnostik

Diagnostikgeräte und Untersuchungsinstrumente für Praxis, Klinik und Pflege: Blutdruckmessgeräte, Stethoskope, Otoskope, Thermometer, Pulsoximeter, Waagen und Zubehör. Welche Geräte messtechnisch kontrolliert werden müssen, was validiert heißt und wie Sie die Grundausstattung zusammenstellen.

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Die diagnostische Grundausstattung einer Praxis

Die körperliche Untersuchung braucht wenige, aber verlässliche Geräte. In jedem Sprechzimmer gehören dazu ein Stethoskop, ein Blutdruckmessgerät mit Manschetten in mindestens drei Größen, ein Otoskop mit Ohrtrichtern, eine Diagnostiklampe, ein Reflexhammer, ein Thermometer und ein Pulsoximeter. Am Empfang oder im Wiegeraum kommen eine geeichte Personenwaage und ein Maßband für die Anthropometrie dazu.

Fachspezifische Instrumente für HNO, Gynäkologie, Augenheilkunde und Proktologie stehen unter Diagnostik nach Fachgebiet, Verbrauchsmaterial und Ersatzteile wie EKG-Elektroden, Druckerpapier, Ultraschallgel und Batterien unter Diagnostik-Zubehör. Patientenüberwachung bündelt Monitore und Elektroden für die kontinuierliche Überwachung.

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Validierte Blutdruckmessung und passende Manschetten

Ein Blutdruckmessgerät für den Praxiseinsatz sollte klinisch validiert sein. Die Deutsche Hochdruckliga führt eine Liste geprüfter Geräte und vergibt ein Prüfsiegel auf Basis eines standardisierten Prüfprotokolls. Geräte mit dem Siegel messen nachweislich innerhalb enger Toleranzen gegen die auskultatorische Referenzmessung.

Die häufigste Fehlerquelle ist nicht das Gerät, sondern die Manschette. Eine zu kleine Manschette misst zu hohe, eine zu große zu niedrige Werte. Deshalb gehören mindestens drei Größen in jede Praxis: für Oberarmumfänge um 22 bis 32 cm, 32 bis 42 cm und für schlanke Arme um 17 bis 22 cm. Der Umfang wird in der Mitte des Oberarms gemessen, die Manschette sitzt zwei Fingerbreit über der Ellenbeuge auf Herzhöhe.

Für Screening und Langzeitverläufe eignen sich Vollautomaten mit Dreifachmessung und Mittelwert, für die Notfall- und Kontrollmessung bleiben aneroide Geräte mit Stethoskop unverzichtbar, weil sie bei Arrhythmien und in Bewegung zuverlässig bleiben. Alle Details zu Auswahl, Messtechnik und Betreiberpflichten stehen im Beratungstext der Kategorie Blutdruckmessgeräte.

Blutdruckmanschetten ansehen

Waagen und Maßbänder: Eichpflicht in der Heilkunde

Waagen, mit denen Patienten zur Überwachung, Untersuchung oder Behandlung gewogen werden, sind nach Mess- und Eichverordnung eichpflichtig und müssen mindestens der Genauigkeitsklasse III entsprechen. Sie werden mit Konformitätserklärung des Herstellers ausgeliefert und müssen nach Inbetriebnahme bei der zuständigen Eichbehörde angezeigt werden. Das gilt für Personenwaagen im Sprechzimmer ebenso wie für Säuglings- und Rollstuhlwaagen.

Praktisch heißt das beim Kauf: geeichte Ausführung wählen, nicht die Haushaltswaage. Säulenwaagen mit integriertem Längenmessstab erfassen Gewicht und Größe in einem Schritt, Stuhl- und Rollstuhlwaagen sind für immobile Patienten und Pflegeeinrichtungen gedacht. Maßbänder für Kopf-, Bauch- und Extremitätenumfang sowie Sehprobentafeln nach Norm ergänzen die Anthropometrie und die einfache Sehprüfung.

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Häufige Fragen aus Praxis und Klinik

Welche Diagnostikgeräte müssen ins Bestandsverzeichnis?

Alle aktiven, also elektrisch betriebenen nichtimplantierbaren Medizinprodukte: elektronische Blutdruckmessgeräte, Elektro- und Infrarotthermometer, Pulsoximeter, Monitore, EKG- und Ultraschallgeräte, Otoskope mit Akkugriff. Rein mechanische Instrumente wie Stethoskope und Reflexhämmer nicht.

Wie oft muss ein Blutdruckmessgerät geprüft werden?

Alle zwei Jahre im Rahmen der messtechnischen Kontrolle nach Anlage 2 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung, gerechnet ab Ende des Jahres der Inbetriebnahme oder der letzten Kontrolle. Das gilt für elektronische wie für aneroide Geräte.

Was bedeutet klinisch validiert bei Blutdruckmessgeräten?

Das Gerät wurde nach einem anerkannten Prüfprotokoll gegen die auskultatorische Referenzmessung an Probanden geprüft und hält die Toleranzen ein. In Deutschland ist das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga die gebräuchliche Orientierung.

Braucht ein Infrarotthermometer eine messtechnische Kontrolle?

Ja, Infrarot-Strahlungsthermometer stehen in Anlage 2 der Betreiberverordnung mit einer Frist von einem Jahr, Elektrothermometer mit zwei Jahren.

Muss die Personenwaage in der Praxis geeicht sein?

Ja. Waagen zum Wiegen von Patienten für Diagnose, Überwachung oder Behandlung sind nach Mess- und Eichverordnung eichpflichtig, mindestens Genauigkeitsklasse III, und müssen bei der Eichbehörde angezeigt werden.

Welches Stethoskop für die Hausarztpraxis?

Ein Doppelkopfstethoskop mit Membran und Trichter deckt Herz, Lunge und Abdomen ab. Für die Kinderuntersuchung ist ein Kinderstethoskop mit kleinem Bruststück sinnvoll, für die Kardiologie ein Modell mit abstimmbarer Membran.

Quellen

  1. Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) § 15 Messtechnische Kontrollen
  2. MPBetreibV Anlage 2: Medizinprodukte mit messtechnischen Kontrollen und Fristen
  3. MPBetreibV § 14 Bestandsverzeichnis
  4. Deutsche Hochdruckliga: Blutdruckmessgeräte mit Prüfsiegel
  5. Mess- und Eichverordnung (MessEV) § 1 Anwendungsbereich
  6. Arbeitsgemeinschaft Mess- und Eichwesen: Infoblatt Waagen in der Heilkunde (PDF)
  7. KBV: Neue Medizinprodukte-Betreiberverordnung, Hilfestellung für Praxen